Freitag, 24. September 2004

Gespannte Lage in Sudan: Islamistischer Staatsstreich nur knapp verhindert

  • Verschwörung kurz vor der Ausführung aufgedeckt
  • Alle Beteiligten bis auf Rädelsführer festgenommen

Die Regierung im Sudan hat nach eigenen Angaben nur knapp einen Staatsstreich verhindert. Die islamistische Verschwörung sei wenige Stunden vor Ausübung aufgedeckt worden, teilte das sudanesische Innenministerium in Khartum mit.

Anhänger des inhaftierten Islamistenführers Hassan el Turabi hätten die Regierung im Anschluss an das moslemische Freitagsgebet stürzen wollen. Bis auf den mutmaßlichen Rädelsführer, El Haj Adam Yussef, seien alle Beteiligten festgenommen worden, hieß es in der Erklärung. Yussef ist ein ranghohes Mitglied von Turabis Volkskongresspartei (CP).

Turabi war über Jahre hinweg einer der engsten Vertrauten des sudanesischen Präsidenten Omar al Bashir gewesen, bevor dieser ihn 1999 entlassen hatte. Anfang September hatten die sudanesischen Behörden 33 führende Mitglieder der CP festgenommen, nachdem es Gerüchte über einen geplanten Staatsstreich gegeben hatte. (apa/red)

24.9.2004 22:43