Kaltblütig! Zwei entführten Italienerinnen wurden angeblich im Irak bereits ermordet
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Die beiden im Irak entführten Italienerinnen sind angeblich ermordet worden. Die Organisation "Islamischer Jihad" bekannte sich am Mittwoch auf einer Internetseite, die bisher selten von Extremisten genutzt worden ist, zu dem Mord. Die Regierung in Rom reagierte mit Zurückhaltung auf die Nachricht. Es gebe Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Internetseite, verlautete aus dem Büro von Ministerpräsident Silvio Berlusconi Donnerstag Nacht. Rom prüfe die Lage.
Die beiden italienischen Hilfsorganisationsmitarbeiterinnen seien getötet worden, weil Italien seine Truppen nicht wie gefordert aus dem Irak abgezogen hat, erklärte die Gruppe mit Namen "Organisation des Islamischen Jihad im Irak".
Die beiden 29 Jahre alten Frauen Simona Pari und Simona Torretta waren am 7. September aus den Räumen einer Hilfsorganisation im Zentrum von Bagdad verschleppt worden. Seither gab es von ihnen kein Lebenszeichen. Die "Organisation des Islamischen Jihad im Irak" hatte am 12. September gedroht, die beiden Frauen zu töten, falls Italien nicht innerhalb von 24 Stunden seine Truppen aus dem Irak abziehe.
"Werden jedes Leben eines Ausländers treffen"
"Wir warnen die italienische Regierung, wir werden weiter zuschlagen und wir werden jedes Leben eines Ausländers im Irak treffen", hieß es in der Erklärung im Internet, die mit 22. September datiert war. Die Echtheit der Erklärung war zunächst unklar.
Bangen in Italien
Zu Szenen der Verzweiflung kam es in der römischen Wohnung der Familie Torretta. "Es kann nicht wahr sein", betonte Anna Torretta, Mutter der 29-jährigen Freiwilligen, die mit ihrer Kollegin Pari für die humanitäre Organisation "Eine Brücke für..." (Un ponte per...) arbeitete bevor sie am 7. September in Bagdad entführt worden war. "Wir wollen an ein tragisches Ende nicht glauben. Wir wollen weiterhin hoffen", sagte Torrettas Schwester Laura. Die Regierung in Rom zeigte Umsicht und bestätigte nicht Gerüchte über die angebliche Ermordung der beiden entführten Italienerinnen. Man beurteile die Nachricht mit größter Vorsicht, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Donnerstagnacht in Rom mit.
Bereits mehr als 100 Ausländer im Irak entführt
Die Regierung in Rom hatte es abgelehnt, sich den Forderungen der Entführer zu beugen. Italien stellt mit fast 3000 Soldaten das drittstärkste Truppenkontingent im Irak. Dort haben Extremisten seit April mehr als 100 Ausländer verschleppt, um den Abzug ausländischer Truppen und Unternehmen aus dem Land zu erpressen. Viele Geiseln kamen wieder frei, jedoch wurden auch zahlreiche getötet, manche brutal enthauptet.
Hilferuf von Briten an seinen Premier
Der im Irak entführte Brite Kenneth Bigley befand sich am Mittwoch weiter in der Gewalt von Extremisten. In einer Videoaufzeichnung auf einer Internetseite flehte er den britischen Premierminister Tony Blair um Hilfe an. Ein weiterer am Mittwoch veröffentlichter Film zeigte die Enthauptung eines zweiten, gemeinsam mit Bigley entführten US-Bürgers. (apa)
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