Dienstag, 21. September 2004

Machtwechsel in Indonesien: Ex-General wird neuer Präsident des Inselstaates

  • Yudhoyono mit 60 % klar vor Amtsinhaberin Sukarnoputri
  • Hälfte der Stimmen ausgezählt, Endergebnis am 5. 10.

Indonesien steht vor einem Machtwechsel: Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt lag Ex-General Yudhoyono am Montagabend nach Auszählung von knapp der Hälfte der Stimmen deutlich vor Amtsinhaberin Sukarnoputri.

Nach Angaben der nationalen Wahlkommission entfielen rund 60 Prozent der Stimmen auf Yudhoyono von der Demokratischen Partei. Megawati, die Kandidatin der nationalen Demokratischen Partei-Kampf, kam danach auf knapp 40 Prozent. Zur ersten Präsidenten-Direktwahl des Landes hatten sich rund 151 Millionen Wahlberechtigte registrieren lassen, die Beteiligung wurde auf etwa 80 Prozent geschätzt.

Das Endergebnis soll am 5. Oktober verkündet werden, die Amtseinführung des neuen Präsidenten ist für den 20. Oktober vorgesehen. Yudhoyono hatte im Wahlkampf eine Belebung der gebeutelten Wirtschaft, die Bekämpfung der Korruption und der hohen Arbeitslosigkeit sowie ein hartes Vorgehen gegen Extremisten versprochen.

Strengste Sicherheitsvorkehrungen
Die Wahl fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Zehntausende Polizisten waren im ganzen Land im Einsatz. Der Urnengang verlief jedoch weitgehend ruhig, es wurden kaum Zwischenfälle gemeldet.

Megawatis 55-jähriger Herausforderer hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl am 5. Juli gewonnen, die nötige absolute Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen aber verfehlt. Damals waren insgesamt fünf Kandidaten angetreten.

Yudhoyono betonte am Abend, es sei angesichts der großen Zahl noch nicht ausgezählter Stimmen zu früh sei, um von einem Wahlsieg zu sprechen. Auch die Präsidentin sah noch Chancen: "Kein Grund, nervös zu sein. Wir werden das Ergebnis sehen. Ich denke, das ist besser als sich verfrüht zu äußern."

Unabhängige Wahlbeobachter prognostizierten auf Basis von landesweiten Nachwahlbefragungen für Yudhoyono ein Endergebnis von 61,2 Prozent und für Megawati von 38,8 Prozent der Stimmen.
(apa)

21.9.2004 07:50