Montag, 20. September 2004

Nach neuerlicher Störung: AKW Temelin soll jetzt untersucht werden!

  • Behörde: "Es gab mehr Vorfälle, als gesund ist"
  • Vier Störungen innerhalb der letzten Wochen

Nach einer erneuten Störung im tschechischen Atomkraftwerk Temelin hat die Atomsicherheitsbehörde in Prag (SUJB) eine Untersuchung der Anlage angekündigt. "Dort gab es in letzter Zeit scheinbar etwas mehr Vorfälle, als gesund ist", kritisierte SUJB-Sprecher Pavel Pittermann am Montag.

Wegen einer undichten Leitung im Kühlkreislauf hatte sich der erste Block in der Nacht auf Montag automatisch abgeschaltet. Es war die vierte Störung innerhalb weniger Wochen. Seit Inbetriebnahme der Anlage vor vier Jahren hat es rund 60 technische Probleme gegeben.

Laut einem Temelin-Sprecher könnte die Reparatur im nichtnuklearen Teil des ersten Blocks länger als eine Woche dauern. Die Öffentlichkeit sei "nicht bedroht", betonte er. Hingegen forderten Temelin-Gegner in Bayern und Österreich am Montag erneut von der staatlichen Betreibergesellschaft CEZ die Stilllegung des AKW.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich der erste Block wegen einer Pumpenstörung automatisch heruntergefahren. Kurz zuvor war es zu einem Problem im zweiten Block gekommen. Dieser Reaktor habe am Montag mit 100 Prozent Leistung gearbeitet, sagte der Sprecher.

(apa)

20.9.2004 19:45