Sonntag, 26. September 2004

70 Tonnen Fels donnern zu Tal: Wolfgangs-See-Bundesstraße stundenlang gesperrt

  • Felsbrocken durchschlugen gleich drei Sicherheitsnetze
  • Straße zwischen St. Gilgen und Strobl gesperrt

Nach einem riesigen Felssturz im Bereich der so genannten Franzosenscharte auf der Wolfgangsee-Straße zwischen St. Gilgen und Strobl (Flachgau) wurde am Sonntagvormittag mit der Räumung der Straße begonnen.

Am Samstag waren gegen 22.30 Uhr rund 70 Tonnen Gestein auf die Straße gedonnert. Die Felsbrocken hatten dabei drei Sicherungsnetze durchschlagen. Am Sonntagvormittag wurden nach der Untersuchung der Abbruchstelle noch ein bis zwei Tonnen lockeres Gestein aus dem Bereich händisch abgeschlagen, sagte Landesgeologe Gerhard Valentin zur APA.

Bei dem Felssturz wurde die Wolfgangsee-Straße auf einer Länge von 20 Metern blockiert. Der Katastrophenreferent der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung ordnete umgehend eine Totalsperre der Wolfgangsee-Straße an. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, auch Fahrzeuge wurden durch die Steinlawine nicht beschädigt. Als Ursache für den Felssturz ortet Valentin die starken Regenfälle der vergangenen Tage. Der Regen dringt in den Fels ein und es entstehen Wasserdrücke, die schließlich zur Ablösung des Gesteins führen.

Für Sonntagnachmittag war die Aufhebung der Sperre der Wolfgangsee-Straße und eine provisorische Öffnung vorgesehen. Dazu wurde eine Betontrennwand in der Mitte der Fahrbahn errichtet, um die Verkehrsteilnehmer bis zur Reparatur der Sicherheitsnetze aus Metall vor neuerlichem Steinschlag zu schützen. Bis zur Instandsetzung der Sicherheitseinrichtungen wird die Straße nur einspurig mit Ampelregelung zu befahren sein.

In diesem Bereich komme es immer wieder zu Steinschlag, erläuterte Valentin. Deshalb gebe es auch die Sicherungsnetze. Doch wenn Gestein im Ausmaß von 70 Tonnen herunterbreche, seine die technischen Möglichkeiten an der Grenze. Es bestehe ein "alpines Restrisiko", meinte der Landesgeologe.
(apa/red)

26.9.2004 14:33