Wachablöse in Tiroler FPÖ: Gerald Hauser zum neuen Obmann gewählt
- Bisheriger Parteichef Tilg bekam nur 44,2 Prozent
Die Tiroler FPÖ hat einen neuen Obmann. Der Osttiroler Gerald Hauser erreichte am Samstag beim ordentlichen Landestag in Innsbruck 55,8 Prozent der Stimmen. 44,2 Prozent der Delegierten votierten für den bisherigen Obmann Willi Tilg.
Hauser schaffte die Wahl zum Tiroler FPÖ-Obmann im zweiten Anlauf. Beim außerordentlichen Landestag im Juli des vergangenen Jahres war er wenige Monate vor der Landtagswahl noch Tilg klar unterlegen.
Insgesamt waren 188 Delegierte stimmberechtigt. Hauser rief zu einer klareren Oppositionspolitik auf. Außerdem solle die Basis der Partei wieder stärker einbezogen und Funktionäre bei Entscheidungen stärker berücksichtigt werden.
Für den bisherigen Vorstand der Tiroler FPÖ unter Tilg hatte es zuvor bei der Entlastung am Parteitag in Innsbruck überraschend nur ein knappes Ergebnis gegeben. Von 180 gültigen Delegierten waren nur 96 zufrieden, 84 stimmten gegen eine Entlastung.
Deutliche Kritik am Verlauf des Tiroler FP-Landestages gab es von Bundesparteiobfrau Haubner, die mit zum Teil versteinerter Miene zuvor die Diskussion um den Bericht des Obmannes mitverfolgt hatte. Sie vermisse Diskussionskultur, sagte Haubner. Ein offenes Wort sei notwendig. Dies dürfe aber nicht so weit führen, dass man sich gegenseitig ruiniere.
Auf Bundesebene sei die FPÖ wieder konsolidiert. Dort bestehe das Motto "Arbeiten statt streiten". Ihre Partei verglich Haubner mit einem Wirtshaus, in dem "nach Jahrzehnten guter Küche etwas schlechter gekocht wird und die Gäste ausbleiben". Jetzt gebe es zumindest wieder gutbürgerliche Hausmannskost - auch wenn die FPÖ kein Drei- oder Vier-Sterne-Lokal sei.
An die Tiroler Delegierten gerichtet sagte sie, sie erwarte sich, dass die unterlegene Gruppe den neuen Obmann voll unterstütze. Die Bundespartei werde eine Landesgruppe Tirol nicht ohne Wenn und Aber unterstützen. Nur bei geschlossenem Auftreten nach außen werde dies möglich sein.
(apa)
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