Deutlich mehr Austritte: "Turbulenzen" hinterlassen ihre Spuren in der Kirche
- Wien: 10,8 Prozent Anstieg in den ersten acht Monaten
- Nicht "wegen allzu Menschlichem in Kirche" austreten
Erstmals seit Jahren gibt es wieder mehr Kirchenaustritte in Wien: Bis zum 31. August haben heuer 10.709 Katholiken die Kirche verlassen. Dies entspricht einer Zunahme von 10,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003. Dabei geht der Anstieg auf Juli und August zurück - in den ersten sechs Monaten des Jahres war die Zahl der Kirchenaustritte noch zurückgegangen. Diese Zunahme sei "auf die kirchenpolitischen Turbulenzen" der vergangenen zwei Monate zurückzuführen, war der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger überzeugt.
Wegen dieser "Turbulenzen" (eine Anspielung auf die Causa Krenn, Anm.) müsse alles getan werden, damit die Menschen nicht verunsichert würden und sich nicht wegen des "allzu Menschlichen in der Kirche" von der Glaubensgemeinschaft trennten. Die Kirche sei allerdings auch mehr als die tagesaktuelle Auseinandersetzung. "Die eigentliche Schönheit der Kirche als Hüterin des Evangeliums bleibt trotz aller Makel und Runzeln erhalten", so Leitenberger weiter.
Der Vertreter der Erzdiözese verwies darauf, dass jedem ausgetretenen Katholiken ein Brief samt Fragebogen von Kardinal Christoph Schönborn zugestellt würde. Rund 20 Prozent der Ausgetretenen schicken die Unterlagen, in denen die Beweggründe zum Austritt erfragt werden, zurück.
Allerdings steige auch die Zahl der "Rückkehrer" zur katholischen Kirche in der Erzdiözese Wien, freute sich Leitenberger. Fanden 1999 insgesamt 1.175 ehemalige Katholiken der Erzdiözese Wien den Weg zurück in ihre Kirche, so waren es im vergangenen Jahr 1.315 gewesen. (apa/red)
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