Seltener Eingriff in Salzburg: Baby noch während des Kaiserschnitts operiert
- Lungenfehlbildung machten Operation notwendig
- Mutter und Kind sind nach dem Eingriff wohlauf
Jenes Baby, das am vergangenen Donnerstag während eines Kaiserschnitts an der Lunge operiert worden ist, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Das Mädchen hatte an einer seltenen Fehlbildung der Lunge gelitten. Die Eltern seien sehr erleichtert und überglücklich, dass es ihrer kleinen Tochter Eva Maria schon viel besser gehe, teilte die Landesklinik Salzburg am Sonntag mit.
Das Baby befinde sich weiterhin im Tiefschlaf und werde am Neonatologiezentrum künstlich beatmet, berichtete der Vorstand der Neonatologie, Josef Rücker. Der Verlauf sei komplikationslos. Voraussichtlich werde die kleine Eva Maria am Dienstag mit der Eigenatmung beginnen können, kündigte der Arzt an.
In der 22. Schwangerschaftswoche war bei dem Baby eine seltene Fehlbildung der Lunge diagnostiziert worden. Im linken Lungenflügel hatte sich eine rasch wachsende Zyste gebildet, die den rechten Lungenflügel komprimierte sowie andere Organe von ihrem Platz verdrängte. Am vergangenen Donnerstag entschieden sich die Ärzte zu einer seltenen Operation, dem so genannten Exit-Verfahren. Während des Kaiserschnittes wurden nur der Kopf und der linke Brustkorb des Kindes freigelegt. Das Baby, das bei einer normalen Geburt nicht oder nur unter großem Risiko beatmet hätte werden können, wurde während der Entfernung der Zyste in der Lunge noch über die Nabelschnur und die Placenta versorgt. Nach der Operation an der Lunge wurde die Geburt fortgesetzt. Der Eingriff dauerte eineinhalb Stunden.
(apa/red)
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