Jörg Haider: "Werden in dieser Republik offenbar von lauter Hornochsen geführt"
- Kärntens LH ist im FORMAT sauer auf die Regierung
- Anlass ist die Frage des EU-Beitritts der Türkei
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Mit einem forschen Sager lässt wieder einmal der Kärntner LH Haider aufhorchen: "Wir werden offenbar von lauter Hornochsen geführt in dieser Republik" meinte er gegenüber dem "Format". Anlass ist die Frage des EU-Beitritts der Türkei.
Haider kritisiert die ablehnende Haltung von EU-Kommissar Fischler "oder anderen in der österreichischen Regierung, die zuerst für einen Beitritt waren und jetzt davor warnen", als "Opportunismus" und "zynisches Spiel". Haider wirft den Beitritts-Gegnern vor, "jetzt schnell politisches Kleingeld" zu machen - was er auch auf die eigene Partei bezieht.
Der Wiener FPÖ hält er vor: "Also wenn ich mir anschaue, welches Wahlergebnis die Wiener Freiheitlichen bei der EU-Wahl erzielt haben, bei der sie sehr stark gegen die Türkei mobilisiert haben, dann muss man nicht darüber reden. Die hatten sechs Prozent, also das schlechteste Ergebnis. Deswegen ist auch Bürgermeister Häupl für Beitrittsverhandlungen, weil es in Wien sehr viele türkischstämmige Wähler gibt." Die wären, meint Haider, auch ein Wählermarkt für die FPÖ - weil "Türken in Wahrheit eher konservative Menschen und keine Linken" seien.
Wiens FP-Obmann Strache konterte, er wisse nicht, wer mit Hornochsen gemeint sei, fest stehe nur, dass drei Viertel der Österreicher gegen einen Beitritt seien. "Wir als Wiener Freiheitliche sind nicht bereit, Grundsätze über Bord zu werfen", sagte der Wiener Parteichef.
Klubobmann Scheibner bezeichnete seinerseits das Gespräch zwischen EU-Erweiterungskommissar Verheugen und dem türkischen Premier Erdogan als "merkwürdigen Schauspiel". Eine wichtige Grundsatzentscheidung könne man nicht in einem Kurzgespräch erledigen, meinte er. Der ÖVP-Europaabgeordnete Rack kritisierte Erdogan, weil er hinter verschlossenen Türen verhandelt habe.
(apa)
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