Ungewöhnliche Allianz bei Chefarztpflicht: GKK und Ärztekammer sind dagegen
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- Entwurf gehe zulasten der österreichischen Patienten
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Wiener Gebietskrankenkasse, Wiener Ärztekammer und die Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen machen gegen Gesundheitsministerin Rauch-Kallat mobil. Sie lehnen deren Pläne bezüglich der Chefarztpflicht "neu" ab. Rauch-Kallat hatte die Abschaffung der Chefarztpflicht durch eine Fax-Bewilligungen durch den Ärzt vorgeschlagen. WGKK-Obmann Bittner qualifizierte diese Pläne als "hirnrissig".
Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Ärzten und Hauptverband der Sozialversicherungsträger in Sachen Neuregelung der Chefarztpflicht will die Ministerin die Sachlage per Verordnung regeln. Dazu liegt ein Entwurf vor, in dem das Fax-System etabliert wird. Die Ärzte sollen ihre genehmigungspflichtigen Verschreibungen an die Gebietskrankenkasse per Fax (später: E-Mail) senden. Die Genehmigung soll binnen 30 Minuten retour kommen.
In Österreich gibt es derzeit pro Jahr fünf Millionen chefärztliche Bewilligungsvorgänge bei Medikamenten. In Wien allein wären das pro Tag 3.800 solcher Anträge. 80 bis 90 Prozent der Anträger werden praktisch automatisch bewilligt. Die Ärztekammer stören der zusätzliche bürokratische Aufwand auf der Seite der Ärzte, und absehbare Patientenwartezeiten.
Johannes Steinhart, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer: "Ich sehe immer mehr Bürokratie und weniger Qualität. Man versucht jetzt schnell eine Papierlösung aufzubauen - und dann stampfen wir sie in vier Jahren (mit elektronischen Lösungen, Anm.) wieder ein."
Besonders scharf mit den Plänen des Ministeriums ins Gericht zog Bittner: "Die Frau Minister ist in der Früh aufgestanden und hatte eine gute Idee. Nicht mehr der Patient soll mit dem Rezept laufen, sondern das Rezept soll 'laufen'. Das ist eine gute Idee. Aber jeder vernünftige Mensch schmeißt seinen alten Eiskasten nicht weg, wenn er sich erst in drei Monaten einen neuen kauft."
(apa)
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