Mittwoch, 22. September 2004

Überraschung nach Granatenexplosion: Verdächtiger wurde aus U-Haft entlassen!

  • Tatverdacht Mord konnte nicht erhärtet werden
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Überraschende Wendung im Fall der Granatenexplosion: Der 38-jährige Tatverdächtige ist am Montag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Untersuchungsrichter Martin Bodner entschied, dass dringender Tatverdacht in Richtung Mord nicht erhärtet werden konnte, teilte ein Sprecher des Landesgerichts der APA mit. Auch Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr bestehe nicht. Der 38-jährige Niederösterreicher ist ab sofort auf freiem Fuß.

Der Staatsanwalt nahm sich Bedenkzeit. Laut dem Landesgerichtssprecher Friedrich Forsthuber besteht die Möglichkeit einer Beschwerde gegen die Entscheidung vor dem Oberlandesgericht, die binnen drei Tagen einzubringen ist. Bis dahin ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, Otto Schneider, gab es dahingehend noch keine Entscheidung. Die erste Haftprüfungsverhandlung muss laut Gesetz spätestens zwei Wochen nach der Verhängung der U-Haft gemacht werden. Liegt dringender Mordverdacht vor, müsste diese verlängert werden (Pflichthaft). Über den Mann war formell wegen des Ansammelns vom Kampfmitteln die U-Haft verhängt worden. Der Mordverdacht besteht laut Staatsanwaltschaft weiter.

Am Freitag war eine gerichtliche Tatrekonstruktion durchgeführt worden, bei der der Mann seine Schilderungen über die Hergänge der Granatenexplosion "im Wesentlichen aufrechterhalten" hatte, wie die Staatsanwaltschaft am Montag erklärte. Demnach will sich der Verdächtige als Waffenhändler versucht zu haben, der seine heiße Ware aber loswerden wollte.

Dafür kontaktierte er mehrere Journalisten und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Die erste Übergabe erfolgte am 10. September. Bei der zweiten am 20. September auf dem Parkplatz über der Waldandachtssiedlung bei der Höhenstraße detonierten zwei Handgranaten und töteten die 39-jährige Sekretärin des Mannes. Bis ein Verfahren starten kann, wird es vermutlich noch einige Zeit dauern. Das Gutachten des Sprengstoffexperten werde in zwei bis drei Monaten erwartet, sagte Forsthuber. (apa/red)

22.9.2004 10:09