Dreister Betrüger gab sich als Sekretär des St. Pöltner Bürgermeisters aus!
- Einschlägig Vorbestrafter soll gehbehindertem Opfer insgesamt 8.100 Euro entlockt haben
Mit einem schäbigen Trick hat sich ein mutmaßlicher Betrüger das Vertrauen eines St. Pöltners erschlichen und dem nach einem Verkehrsunfall schwerst gehbehinderten 32-Jährigen insgesamt 8.100 Euro entlockt. Der Verdächtige hatte sich als Sekretär des neuen Bürgermeisters (Matthias Stadler, S, Anm.) ausgegeben. Er wurde nach Observierung bei einem neuerlichen Versuch, Geld abzuholen, beobachtet und festgenommen, teilte die Bundespolizeidirektion (BPD) St. Pölten mit.
Der Aussendung zufolge war der 27-Jährige aus dem Bezirk im Juli im Kaffeehaus mit seinem Opfer ins Gespräch gekommen. Er erzählte seinem neuen Bekannten, er müsse Pakete für den Magistrat abholen und das Geld dafür bevorschussen, habe jedoch gerade keines. Auf diese Weise entlockte der Verdächtige seinem Opfer in fünf Angriffen insgesamt 8.100 Euro, wobei er den Gehbehinderten sogar auf die Bank begleitete.
Als der Geschädigte sein Geld zurückforderte, wurde er ständig mit Ausreden vertröstet: "Es dauert noch ein bisserl, der Bürgermeister wird schon zahlen." Vom Täter war ihm nur der Vorname bekannt, die Treffen in Kaffeehäusern in der Innenstadt wurden telefonisch vereinbart.
Schließlich vertraute sich das Opfer seinem Bruder an, worauf sie sich gemeinsam ins Rathaus-Sekretariat begaben, um sich nach "Gerhard" zu erkundigen. Dieser war dort natürlich unbekannt. Auf Anraten der Sekretärin erstatteten sie sofort Anzeige bei der Kriminalpolizei St. Pölten. Im Zuge der folgenden Ermittlungen wurde ein Foto des Tatverdächtigen aus einer Überwachungskamera einer Bank eingeholt.
Als es am 3. September zu einer neuerlichen Geldübergabe in einem Kaffeehaus des Promenade-Centers kommen sollte, observierten Kriminalbeamte den Schauplatz. "Gerhard" erschien tatsächlich, dirigierte den Behinderten auf die WC-Anlage und wollte ihm neuerlich 1.200.- für ein Bürgermeisterpaket abnehmen. Doch da klickten die Handschellen.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen mehrfach einschlägig vorbestraften Betrüger, der erst im Juni aus der Haft entlassen worden war. Die Beute verbrauchte er laut BPD großteils in Bordellen in Wien und im Bezirk St. Pölten. Bei einer Hausdurchsuchung wurde ein neuwertiges Moped sichergestellt, das sich der Verdächtige offenbar mit dem Geld seines Bekannten finanziert hatte.
Im Haftraum des Polizeianhaltezentrums riss sich der 27-Jährige eine Operationswunde tief auf und musste sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Nach seiner Genesung übersiedelte er als Untersuchungshäftling ins Landesgericht St. Pölten. (apa)
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