Montag, 20. September 2004

Schlepper-Ring in Steiermark zerschlagen:
42-jähriger Türke mutmaßlicher Drahtzieher

  • Rund 1.000 Menschen über Grenze geschmuggelt

Einem Menschenschmuggler-Ring, der in großem Umfang tätig war und von der Steiermark aus gesteuert wurde, hat die Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Steiermark zerschlagen. Insgesamt sollen zwischen 1998 und 2000 rund 1.000 Personen - Türken und Kurden - illegal über die Grenze nach Österreich gebracht worden sein.

Wie die Sicherheitsdirektion am Montag bekannt gab, wurde als mutmaßlicher Drahtzieher ein 42-jähriger türkischer Staatsbürger verhaftet. Die Erhebungen, die seit 2003 geführt wurden, führten im Juni zur Verhaftung von Metin C. (42): Der selbst 1990 illegal nach Österreich eingewanderte Mann fungierte in Graz als Betreiber einer Kette von Kebap-Lokalen und gilt als Hauptverdächtiger. C. soll seit mindestens seit sieben Jahren Schleppungen organisiert und aktiv ausführt und je nach Entfernung und Anzahl der Grenzen 2.000 bis 4.000 Euro pro Person kassiert haben.

Allein in den Jahren 1998 bis 2000 sollen über 1.000 Personen über die "Grüne Grenze" geschleppt worden sein, wobei der Antransport auf dem Luft- und Landweg erfolgt ist. Von jenen Fällen, wo die geschleppten Personen ausgemittelt werden konnten, war rund die Hälfte in Österreich verblieben, die andere Hälfte sei weiter in andere EU-Länder gereist, erklärte Ermittler Josef Wagner.

Im Zuge der nun abgeschlossenen Erhebungen wurden neben dem mutmaßlichen Haupttäter acht Personen - darunter zwei österreichische Staatsbürger - als Mittäter ausgeforscht und verhaftet. Die letzte Festnahme erfolgte am vergangenen Wochenende in Deutschland. Nach weiteren fünf Komplizen wird in Slowenien, Kroatien und Rumänien gefahndet.

(apa)

20.9.2004 16:38