Wende um Granaten-Explosion in Wien: Detonation war Mord und doch kein Unfall!
- 38-jähriger Verdächtiger war Arbeitgeber des Opfers
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Die am Montagvormittag auf einem Parkplatz der Wiener Höhenstraße bei einer Handgranatenexplosion getötete Frau ist offenbar Opfer eines Mordes geworden. Bei dem am Montagabend festgenommenen 38-jährigen Verdächtigen im mysteriösen Mordfall im Wienerwald handelt es sich um den bisherigen Arbeitgeber der bei der Handgranatenexplosion auf der Wiener Höhenstraße getöteten Frau. Dementsprechende Medienberichte bestätigte Oberstleutnant Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, am Dienstagabend auf APA-Anfrage. Der 38-Jährige sei auch, so Gollia, jener Informant gewesen, der dem NEWS-Reporter den Tipp gegeben habe.
Schleppend verlaufen die Einvernahmen des Niederösterreichers. Laut Oberstleutnant Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, redet der Verdächtige viel, macht aber widersprüchliche Angaben.
"Einvernahmen sehr mühsam"
"Die Einvernahmen sind sehr mühsam", sagte Gollia. Der Verdächtige wird mittlerweile von dem Wiener Rechtsanwalt Herbert Eichenseder vertreten. Theorien wie jene in der ORF-Sendung "Thema" vom Dienstagabend, wonach der 38-Jährige die Waffenübergabe und die Geschichte, dass ehemalige serbische Bosnien-Kämpfer das Kriegsgerät loswerden wollen, nur inszeniert und für seinen Mordplan genutzt habe, verwies der Ministeriums-Sprecher ins Land der Spekulation. Es könne aber auch sein, dass diese Theorie auf Grund der Ermittlungen in zwei Tagen genau die richtige sei.
Gollia bestätigte weiters, dass das Mordopfer ein ungewöhnliches Testament in Form einer Lebensversicherung in Höhe von rund 300.000 Euro hinterlassen habe. Die Frau hatte nämlich ihren Chef und seine Frau begünstigt. Ob es irgendein Abhängigkeitsverhältnis gegeben habe, werde derzeit ermittelt, so der Sprecher des Innenministeriums.
Hergang der Explosion noch unklar
Wie es zu der Handgranatenexplosion kam, war am Dienstagvormittag Gegenstand der Ermittlungen. Mitarbeiter des Entschärfungsdienstes suchten nach Spuren. Vor allem ging es um die Frage, ob es sich um eine Sprengfalle handelte oder die Granate vom Mörder direkt gezündet worden war.
Rätselraten herrschte auch um das Motiv. Klar war lediglich, dass es nicht nur darum ging, sich illegaler Waffen entledigen zu wollen. Auch ein Eifersuchtsmotiv wurde eher ausgeschlossen. Dass ein Zusammenhang zwischen dem Mord und dem Waffendeal besteht, "ergibt sich schon aus der Chronologie der Geschehnisse", so Gollia. Näheres wollte er aus kriminaltaktischen Gründen nicht sagen. Der Ministeriumssprecher wollte weitere Hausdurchsuchungen oder Festnahmen nicht ausschließen. Konkret sei aber nichts geplant.
NEWS deckte Waffenskandal auf
Ein NEWS-Reporter hatte erneut den Tipp erhalten, dass Kriegsmaterial an die Behörden abgegeben werden soll. Beim Ausladen der Waffen aus dem Kofferraum kam es zur Explosion. Gefunden wurden laut Gollia in dem Fahrzeug inklusive der explodierten sechs Handgranaten, eine Kalaschnikow, eine Maschinenpistole der Marke "Skorpion" sowie eine Reihe von Faustfeuerwaffen, darunter eine Glock. Sprengstoff wurde nicht gefunden.
Vermutlich besteht ein Zusammenhang mit den Waffenfunden von Purkersdorf am 10. September. Damals hatte ebenfalls ein anonymer Anrufer "News" über ein Depot mit Kriegsmaterialien im Wienerwald informiert. Vermutungen über allfällige weitere geheime Waffendepots verwies Gollia ins Reich der Spekulation: "Wie sollen wir wissen, wo was und wie viel davon liegt?" (apa/red)
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