Troubles bei VW: Golf V bleibt unter den Erwartungen, kommt Mitarbeiter-Abbau?
- Emirat Abu Dhabi steigt als Großaktionär aus
- Hauptmarkt USA: Geschah Anpassung zu spät?

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Ersetzt der Südamerika-Winzling den VW Lupo?
Nach zahlreichen Misserfolgen für VW in diesem Jahr ist nun auch noch der Einstieg des Golfemirats Abu Dhabi als Großaktionär geplatzt. Eine weitere Pleite für den größten Autobauer Europas, der mit Hilfe der Scheichs eigentlich aus dem Jammertal herauswollte. Fast sieht es so aus, als würde den VW-Managern derzeit alles misslingen, was sie anpacken.
Denn dem Konzern geht es schlecht: Der Absatz bricht auf allen wichtigen Märkten ein und parallel dazu der Gewinn. In Deutschland, USA und China geht es abwärts. Besonders hart trifft den Konzern der müde Verkauf des ehemaligen Supersellers Golf. VW verkauft weniger davon als im Vorjahr, obwohl es einen Modellwechsel gab, was in der Autoindustrie eigentlich immer für Mehrabsatz sorgt. Auch die anderen Modelle können den Konzern nicht herausreißen, im Heimatmarkt liegt VW inzwischen deutlich im Minus, während zum Beispiel BMW zulegt.
Hauptmarkt USA
Auf dem wichtigsten Automarkt der Welt, Nordamerika, leidet VW ebenfalls: Dort sind vor allem Passat und Jetta gefragt, doch beide Modelle sind am Ende ihres Lebenszyklus angekommen, die Käufer lassen die alten Wagen stehen. Außerdem hat Volkswagen sich nicht rechtzeitig gegen den fallenden Dollarkurs abgesichert, weil die damit verbundenen Kosten gespart werden sollten. Die Quittung sind Milliardenverluste.
VW-Markt China
In China ist VW zwar noch groß im Geschäft, aber die Konkurrenz wächst schneller. Die Wolfsburger hatten sich völlig vertan mit der Einschätzung der Kundennachfrage und haben den Kleinwagen Polo dort eingeführt - doch die Chinesen wollen lieber große Autos. Jetzt wird hektisch umgesteuert.
Luxus-Offensive ging schief
Die groß angelegte Luxusstrategie des ehemaligen Konzernchefs Ferdinand Piech ist gescheitert und hat Milliarden gekostet: Der Phaeton ist ein Flop, der 1001-PS-Bugatti wird und wird nicht straßenreif, bei Bentley wurden Millionen Entwicklungskosten abgeschrieben. Eigentlich sollten die Luxusautos auf die schlichteren VW-Modelle abstrahlen und so höhere Preise rechtfertigen. Doch auch VW kann sich dem Rabattkrieg nicht entziehen, der Golf kam zu Jahresbeginn erst ins Laufen, als der Konzern eine kostenlose Klimaanlage einbaute.
Personal-Problem
Nun soll das viele verbrannte Geld durch Einsparungen beim Personal wieder hereingeholt werden. VW fordert eine doppelte Nullrunde, bis 2011 sollen die Personalkosten um 30 Prozent sinken - offenbar haben die Manager sich von dem Ziel verabschiedet, mit hohen Verkäufen und voll ausgelasteten Inlandswerken weiter die hohen Löhne und Gehälter bezahlen zu können.
Die Mitarbeiter haben die Fehler der Manager zwar nicht zu verantworten - aber mit der schlechten Lage des Konzerns müssen sie trotzdem zurecht kommen. Die IG Metall wird sich den schlechten Nachrichten nicht verschließen können, sonst wird Personal in Deutschland abgebaut - mit 30.000 gefährdeten Jobs hat VW schon gedroht.
Zum Auftakt der mit Spannung erwarteten Tarifverhandlungen beim deutschen Autobauer Volkswagen hat es am Mittwoch in Hannover keine Annäherung gegeben. "Wir liegen meilenweit auseinander", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine. Die Gespräche seien ergebnislos vertagt worden. Sie sollen am 5. Oktober fortgesetzt werden. Die Positionen der Tarifparteien liegen weit auseinander. So fordert VW eine Nullrunde für die 103.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken. Die IG Metall dagegen will Einkommenserhöhungen von vier Prozent.
Arbeitnehmer?
Am Ende der Verhandlungen werden die Arbeitnehmer Verschlechterungen wegstecken müssen, offen ist nur an welcher Stelle. Denn die 20 Prozent mehr Lohn im Vergleich zum Flächentarifvertrag, die VW-Arbeiter heute kassieren, werden auf der Absatzseite nicht mehr hereingeholt. Dass VW nicht glänzend dasteht, haben offenbar auch die Investoren aus Abu Dhabi gemerkt. (APA)
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