Auto-Experten: "Es gibt derzeit keinen Markt für 5.000-Euro-Billig-Neuwagen!"
- Käufer wollen "auf Klima und ESP nicht verzichten"
- Kritik an EU-Kommission bei Ersatzteil-Designschutz
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Ersatzteile könnten so wesentlich billiger werden
Billigautos sind nach Meinung von Experten und Herstellern kein Allheilmittel, um die lahmende Industrie wieder in Schwung zu bringen. "In Deutschland gibt es keinen Markt für 5.000-Euro-Neuwagen", erklärte der Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer am Mittwoch auf der Messe Automechanika in Frankfurt am Main. Auf gewisse Standards wie Klimaanlage oder elektronische Stabilitätshilfen wollten Neuwagenkäufer heutzutage nicht verzichten. Der Trend zu einer weiteren Aufsplitterung des Automarktes in immer mehr Versionen und Modelle werde anhalten: "Wer bei den Varianten schläft, verschläft den Markt".
Auch der Chef des französischen Autoherstellers PSA Peugeot Citroen, Jean-Martin Folz, erklärte ebenfalls, einen Markt für ein 5.000-Euro-Auto sehe er nicht. Die Käufer forderten zwar billige Autos, hätten aber auch Ansprüche und Erwartungen, die sie erfüllt haben wollten. Folz kündigte eine Preisoffensive für das nächste Jahr an, bei der die Einstiegspreise unter den heutigen Stand gesenkt werden sollten. Für die künftige Entwicklung auf dem europäischen Automarkt werden nach seiner Einschätzung die Themen Umwelt und Sicherheit die bestimmenden Faktoren.
Folz kritisierte den Vorstoß der EU-Kommission, nach dem der so genannte Designschutz für sichtbare Kfz-Ersatzteile fallen soll. Diese Tags zuvor getroffene Entscheidung sei nachteilig für Verbraucher und Unternehmen in Europa, da Sicherheitsstandards ausgehöhlt und Geschäftsanteile verloren würden. Die Brüsseler Behörde will mit ihrem Vorstoß das bestehende Monopol der Autoindustrie in EU-Staaten wie Deutschland knacken will. Bislang gibt es dafür noch keine EU-weite Regelung. Die EU-Kommission geht davon aus, dass bei einer Liberalisierung die Autoteile sechs bis zehn Prozent billiger werden. (apa)
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