Unerlaubte Preisabsprachen: Infineon bekennt sich vor US-Gericht schuldig
- Chipkonzern akzeptiert Bußgeld von 160 Mio Dollar
- Preisbildung für DRAM-Chips wurde abgesprochen
·Volle Lager sorgen für Chippreis-Verfall
Wert der Bestands liegt bei 829 Mio. Dollar weltweit
Der Münchner Chipkonzern Infineon hat sich der Preisabsprache für schuldig bekannt. Laut US-Justizministerium hat der Konzern ein Bußgeld von 160 Mio. Dollar (130,7 Mio. Euro) wegen absprachen mit anderen Anbietern der Branche akzeptiert. Infineon habe die Verabredung mit anderen Wettbewerbern bei der Absprache der Preise für Speicherchips (Dynamic Random Access Memory - DRAM) zugegeben, teilte das Ministerium in Washington mit.
"Die Einigung muss erst noch von dem zuständigen US-Gericht in San Francisco bestätigt werden", sagte ein Infineon-Sprecher auf Anfrage. Infineon hat nach Aussage des Sprechers insgesamt Rückstellungen von 212 Millionen Euro (derzeit 257,54 Mio USD) gebildet. Im dritten Geschäftsquartal (Ende Juni) hatte der Halbleiter-Produzent diese Rücklagen im Zusammenhang mit dem DRAM-Wettbewerbsverfahren um 184 Millionen Euro aufgestockt und war daher überraschend in die roten Zahlen gerutscht.
Das Unternehmen sprach von einer Einigung mit der Anti-Trust-Abteilung des Justizministeriums. Dabei habe sich Infineon in einem einzigen und begrenzten Anklagepunkt schuldig bekannt, der die Verletzung von Kartellrecht bei der Preisbildung für DRAM-Chips zwischen Juli 1999 und Juni 2002 betreffe. Die Strafe werde voll von den Rückstellungen des Unternehmens im 3. Quartal gedeckt, teilte das Unternehmen mit. Das "Fehlverhalten" sei auf bestimmte OEM-Kunden begrenzt gewesen. Mit den meisten sei bereits eine Einigung erzielt, hieß es in der Infineon-Mitteilung. (apa/red)
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