Mittwoch, 15. September 2004

Der Ex-Europacup-Held kämpft ums Überleben.

  • Kommt Ivica Osim als der große Retter zurück?
  • PLUS: Interview mit Hannes Kartnig

Nach eigenen Angaben bringt Hannes Kartnig derzeit stolze 110 Kilogramm auf die Waage. Und geht es nach dem gewichtigen Sturm-Zampano, dann will er jedes einzelne verfügbare Gramm in die Schlacht zur allgemeinen Rettung seines Klubs werfen.

Das heißt, dass sich seine Kritiker, die zuletzt immer mehr wurden, schon einmal warm anziehen können, denn gerade sie wird Kartnigs Zorn mit voller Wucht treffen. Unmissverständlich stellt er im NEWS-Interview klar: „Es reicht. Ich will mich nicht mehr länger von irgendwelchen Leuten anpatzen lassen.“

Ein Punkt aus fünf Spielen. Der Grazer Traditionsklub hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Während die Konkurrenten Rapid, Austria und GAK versuchen, sich im Europacup Sporen zu verdienen, fristet der ehemals so erfolgreiche „Eurofighter“ Sturm ein vergleichsweise trauriges Dasein. Aus den vergangenen fünf Spielen in der T-Mobile Bundesliga konnte nur ein mickriges Pünktchen verbucht werden. Die Trefferquote ist mit fünf Toren aus acht Runden alles andere als gut. Und als nächster Gegner wartet zweimal die wiedererstarkte Austria. Nicht gerade aufbauend, wenn man in der Tabelle genau dort steht, wo man nie wieder hin wollte – nämlich hinten drinnen.
Dementsprechend groß ist der Katzenjammer rund ums Arnold-Schwarzenegger-Stadion, die Heimat der „Blackies“, wo seit September des Vorjahres der ehemalige Sturm-Libero Michael Petrovic versucht, als Trainer
die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Zum Spartarif und auf Leistungsbasis, denn Petrovic verdient im Vergleich zu seinen Trainerkollegen in der Liga mit Abstand am wenigsten.

Finanzielle Engpässe. Tatsächlich ist bei den Grazern Geld sehr knapp geworden, und Kartnig bemüht sich nicht einmal, finanzielle Sorgen zu verheimlichen. Der Werbeunternehmer aus Graz haftet für ein kolportiertes Budgetloch von über zwei Millionen Euro mit seinem Privatvermögen. Momentan budgetiert der Klub mit rund sieben Millionen. Bitter: Die in den drei Jahren Champions League (zuletzt in der Saison 2000/01) verdienten 20 Millionen Euro sind längst weg, zum größten Teil aufgebraucht in horrenden Spielergagen. Da hat Kartnig die Reißleine gezogen und Spieler wie Mujiri und Rojas die Gehälter drastisch gekürzt.

Zuschauer-Misere. Vor allem wirkt sich der große Zuschauerschwund schlimm auf die Klubeinnahmen aus. Der Rückgang seit der ersten Meistersaison 1997/98 bis heuer beträgt fast die Hälfte. Nicht einmal treue Fans wollen ihre Mannschaft mehr erkennen. Ein Insider klagt: „Bis auf Haas und Neukirchner verkörpert keiner mehr den Sturm-Geist.“ Dabei kann man von Glück sprechen, dass Mario Haas überhaupt noch bei den Grazern kickt, denn der Klub wollte ihn für dringend benötigtes Geld längst woanders anbringen. Nur, es fand sich kein Verein in Österreich, der für den Teamstürmer so tief in die Tasche greifen wollte. Nicht einmal die Wiener Austria, die dank Stronach-Millionen das nötige Kleingeld zur Verfügung hätte.

Die ganze Story und da Intervoew mit Hannes Kartnig lesen Sie im neuen NEWS

15.9.2004 16:35