Doch mit Abu Dhabi? Spekulationen über die künftige Aktionärsstruktur von VW
- Nach gescheitertetem Einstieg "bleibt die Tür offen"
- Aktie des deutschen Auto-Produzenten eingebrochen
·IG Metall: Proteste vor VW-Tarifrunde?
176.500 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben
·VW dementiert Sparkurs-Gerüchte
Konzern plant operatives Ergebnis von 2,5 Mrd. Euro
·Österreich: Auto-Markt im Aufwind!
Diesel-Anteil mittlerweile schon bei 70,3 Prozent!
Nach dem gescheiterten Einstieg des Emirats Abu Dhabi sind neue Spekulationen über die künftige Aktionärsstruktur von Europas größtem Autobauer Volkswagen entstanden. Gerüchte über eine geplante Kapitalerhöhung dementierte VW. Börsianer ebenso wie Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hielten es am Donnerstag für möglich, dass der Golfstaat sein Interesse an einer Beteiligung trotz der Absage der Verkaufsverhandlungen durch Volkswagen nicht aufgegeben hat und bei den derzeit niedrigen Kursen VW-Anteile über die Börse erwirbt. Wulff gab gleichzeitig der IG Metall eine Mitschuld am Kursrückgang der VW-Aktie.
Der niedrige Aktienkurs wurde von Börsianern auch als Grund genannt, dass VW Gegenstand neuer Übernahmespekulationen werden könnte. Ein Finanzinvestor könnte nach Abschluss der laufenden Tarifverhandlungen bei VW einsteigen und das Unternehmen zerlegen wollen, um an die ertragreiche Tochter Audi zu gelangen, hieß es bei verschiedenen Banken. "Das ist nicht auszuschließen", sagte Albrecht Denninghoff, Autoanalyst der Münchener Großbank HVB. VW selbst wollte sich zu solchen Szenarien nicht äußern.
Aktie um ein Viertel eingebrochen
Seit Jahresbeginn hat die Aktie des unter Ertragsschwäche leidenden VW-Konzerns mehr als ein Viertel ihres Werts eingebüßt. Beim aktuellen Kursniveau von rund 32,50 Euro am Donnerstagnachmittag lag der Börsenwert des VW-Konzerns nach Reuters-Daten bei etwa 10,4 Milliarden Euro. Damit war der europäische Marktführer an der Börse nicht einmal halb so viel wert wie der Münchener Konkurrent BMW.
Keine Kapitalerhöhung
Nach der nicht zu Stande gekommenen Einigung mit Abu Dhabi bekräftigte VW, der Erwerb des Flottenmanagement-Geschäfts von der niederländischen Bank ABN werde aus laufendem Geschäft bestritten. Ein Sprecher wies Marktspekulationen zurück, Volkswagen könne zur Finanzierung zusätzliches Kapital benötigen. "Definitiv nicht. Es wird nicht über eine Kapitalerhöhung nachgedacht", sagte VW-Sprecher Frank Gaube.
Kein Aktienverkauf unter Wert
Volkswagen hatte sich im Mai mit der staatlichem Mubadala Delepment Company aus Abu Dhabi und der privaten saudischen Olayan-Gruppe darauf geeinigt, die ABN-Tochter LeasePlan für zwei Milliarden Euro zu erwerben. Den auf sie entfallenden Anteil an der Kaufsumme wollten die Wolfsburger durch den Verkauf von eigenen Aktien an das Emirat finanzieren. Wegen des aktuell niedrigen Aktienkurses verwarf VW diese Möglichkeit nun, um die eigenen Anteilscheine nicht unter Wert zu veräußern.
Tür für Abu Dhabi bleibt offen
Der Wert des Pakets im Volumen von 9,8 Prozent des VW-Kapitals ist seit der Aufnahme der Gespräche um ein Fünftel auf 1,3 Milliarden Euro gesunken. VW will die Aktien vorerst behalten und hofft auf wieder steigende Kurse.
Wulff sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, die Tür für Abu Dhabi bleibe offen. Mit Blick auf den niedrigen Aktienkurs fügte er hinzu: "Das hat auch zu tun mit dem bevorstehenden Streik bei VW." Der Druck der IG Metall führe dazu, dass der Aktienkurs von VW sinke und erhöhe damit die Gefahr einer unerwünschten Übernahme des Konzerns. Wulff sitzt als Vertreter des Landes Niedersachsen im Aufsichtsrat von Volkswagen. Niedersachsen ist mit 18,2 Prozent größter VW-Aktionär. (apa)
Verrat im Vatikan14:42
Komplizen gesuchtItalienischer Kardinal wird verdächtigt. Weitere Festnahmen nicht ausgeschlossen.
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.

