Donnerstag, 16. September 2004

NEWS: Jetzt gehen die Billa-Bosse Schalle und Wimmer in die Gegenoffensive

  • Konzern im Visier der Wettbewerbshüter & Gewerkschaft
  • "Ergebnis nicht schlechter als vor Kampagne"

Seit Wochen tauchen laufend neue Vorwürfe gegen Österreichs größte Handelskette, Billa, auf. Arbeiterkammer, Lieferanten und die Wettbewerbsbehörde bringen schwere Geschütze in Stellung. Die Spitzenmanager des Supermarktriesen gehen nun erstmals aus der Deckung. Im NEWS-Exklusiv-Doppelinterview eröffnen die Rewe/Billa-Chefs Veit Schalle und Wolfgang Wimmer nun angriffslustig die Gegenoffensive.

Konkret geht es um den Vorwurf, dass der Billa-Konzern seine Marktmacht mit 2.350 Filialen gegenüber seinen Lieferanten missbraucht. Der Fall des Leberkäse-Herstellers Neuburger, der wegen von ihm geforderter Preiserhöhungen prompt aus dem Sortiment genommen wurde, rief gar Österreichs obersten Wettbewerbshüter Walter Barfuß auf den Plan.

Im NEWS-Gespräch gehen die Unternehmenschefs in die Gegenoffensive: "Es ist nicht fair von Herrn Barfuß, wenn er permanent Anschuldigungen in die Welt setzt, aber nicht konkret wird." Aber: "Wir haben gelernt, dass wir besser kommunizieren müssen."

Bei Beschwerden von Mitarbeitern bei Arbeiterkammer und Gewerkschaft über arbeitsrechtlich bedenkliche Arbeitsbedingungen, Druck von Vorgesetzten und systematische Auszahlung von Überstunden mittels Gutscheinen kündigen Schalle und Wimmer Konsequenzen an: "Wir gehen den Ursachen auf den Grund und haben interne Maßnahmen gesetzt. Unsere Revision erkennt solche Fehler und stellt sie ab."

Resümee der beiden Big Billas im großen NEWS-Doppelinterview: "Unsere Messlatte ist die Umsatzentwicklung. Wenn uns die Österreicher die Liebe aufgekündigt hätten, dann würden wir es spüren. Unser Ergebnis ist aber trotz dieser Kampagne gegen uns keinen Millimeter schlechter als die vielen Monate vorher."

16.9.2004 15:14