Mittwoch, 15. September 2004

OMV plant offenbar größere Kapital- erhöhung: Mitziehen der ÖIAG aber fraglich

  • Finanzkreise gehen von 700 Millionen Euro aus

Der börsenotierte Mineralölkonzern OMV dürfte noch heuer eine größere Kapitalerhöhung planen. Der Aufsichtsrat der ÖIAG, mit 35 Prozent größter OMV-Aktionär, hat das Thema für Freitag überraschend auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Mitziehen der Staatsholding bei der Kapitalaufstockung ist allerdings fraglich. "Die Wahrscheinlichkeit ist relativ gering", meinte ein ÖIAG- Aufsichtsrat Mittwochabend zur APA.

Für die ÖIAG sei das wohl in erster Linie eine "Geldfrage". Außerdem bestehe, anders etwa als bei der VA Tech, auch "keine Notwendigkeit" für ein Mitziehen. Die Mitbestimmungsrechte der Staatsholding seien durch den Syndikatsvertrag mit der International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi, dem mit 19,6 Prozent zweitgrößten OMV-Aktionär, voraussichtlich ausreichend abgesichert.

Finanzminister Grasser hatte erklärt, dass die ÖIAG im Rahmen ihrer derzeitigen Vorgaben für die OMV grundsätzlich mitziehen könne. Er wolle aber die Entscheidung "nicht präjudizieren". Am Donnerstag wird Bundeskanzler Schüssel gemeinsam mit OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer die Raffinerie Schwechat besichtigen.

Laut einem Bericht der "Presse" gehen Finanzkreise noch heuer von einer Kapitalerhöhung im Volumen von gut 700 Mio. Euro aus. Wenn die ÖIAG im Ausmaß ihrer derzeitigen Beteiligung voll mitzieht, würde das die Staatsholding an die 250 Mio. Euro kosten. Geht sie nicht mit, fällt der ÖIAG-Anteil an der OMV bei dem kolportierten Kapitalschritt auf knapp über 30 Prozent zurück.

Die OMV würde mit einer 700 Mio. Euro schweren Kapitalerhöhung rund die Hälfte ihres bereits genehmigten Kapitals ausschöpfen. Die OMV-Hauptversammlung hatte bereits 2001 eine bedingte Kapitalaufstockung um bis zu 8 Millionen Aktien bis 2009 genehmigt. Als Hintergrund des erwarteten Kapitalschritts gilt die Finanzierung der milliardenschweren mehrheitlichen Übernahme des rumänischen Ölkonzerns Petrom.

(apa)

15.9.2004 19:50