Mittwoch, 15. September 2004

Neuer Asfinag-Plan: Private sollen Auto-bahn bauen, Vignette dadurch bald billiger?

  • Asfinag schreibt erstes Teilstück aus
  • Asfinag-Chef: Langfristig soll auch Autofahrer profitieren

In Österreich sollen künftig auch Private neue Autobahnen bauen. Die Autobahngesellschaft Asfinag hat am Mittwoch zum ersten Mal Bau und Betrieb eines ganzen Autobahnteilstücks ausgeschrieben.

Konkret geht es um die neue Nordautobahn A5, um deren Anbindungen an die Donauufer-Autobahn und an die Südosttangente sowie um die neue Lobau- und Donauquerung in Wien - Gesamtbauvolumen nach ursprünglichen Plänen der Asfinag rund 3,1 Milliarden Euro. Asfinag- Chef Walter Hecke hofft aber nun, dass sich durch die Vergabe an Private die Kosten um bis zu 20 Prozent reduzieren. Auch die Betriebskosten, derzeit 130 Millionen Euro pro Jahr, sollen sinken. Nach dem neuen Modell, bekannt unter dem Überbegriff "Public Private Partnership" (kurz PPP), sollen die Privaten nämlich neben dem Bau vorher auch die Detailplanung, die Finanzplanung und danach - über 30 Jahre - auch den Betrieb des Autobahnteilstücks übernehmen. Nach den 30 Jahren gehört das Autobahnstück der Asfinag.

Von der komplizierte Konstruktion soll auch der Autofahrer profitieren. Einsparungen der Asfinag würden langfristig auch zu niedrigeren Vignettenpreisen führen, so Hecke. Für nächstes Jahr will die Asfinag aber vorerst erneut eine Erhöhung der Vignetten-Tarife beantragen.

Die Einnahmen aus der Pkw-Vignette und der Lkw-Maut werden auch in Zukunft zur Gänze direkt an die Asfinag gehen. Die privaten Betreiber erhalten von der Asfinag eine Art Schattenmaut, die sich aus den tatsächlichen Maut- und Vignetteneinnahmen bemisst, und eine
- deutlich höhere - Fixvergütung, die sich allerdings vermindert, wenn wegen einer Baustelle ein Autobahnteil nicht voll genützt werden kann. Die Privaten sollen so zum einen motiviert werden, schnell zu bauen, damit sie rascher zu ihrer Betreibervergütung kommen - veranschlagt sind drei Jahre Bauzeit. Zum anderen soll die Qualität gesichert werden, weil der Betreiber schließlich weniger bekommt, wenn es permanent Ausbesserungsarbeiten gibt.
(apa)

15.9.2004 14:41