Dienstag, 14. September 2004

Alitalia-Einigung auf der Kippe: Nun will die EU Rettungsplan auf Staatshilfen prüfen

  • "Schauen, ob es Elemente staatlicher Hilfe darin gibt"
  • Kommission begrüßt aber Bodenpersonal-Einigung

Die EU hat die bei der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia erreichten Fortschritte auf dem Weg zur Sanierung begrüßt, will den Rettungsplan aber auf staatliche Hilfen überprüfen. EU-Kommissionssprecher Amador Sanchez Rico bezeichnete die jüngste Einigung zwischen Management und Bodenpersonal auf einen Rettungsplan am Donnerstag als eine "gute Nachricht". "Wir warten nun auf den neuen Umstrukturierungsplan für das Unternehmen und werden darauf schauen, ob es Elemente staatlicher Hilfe darin gibt", fügte er hinzu.

Wenn der Sanierungsplan steht, will die Regierung in Rom für einen Überbrückungskredit von 400 Mio. Euro bürgen. Die EU-Kommission hat zwar bereits grünes Licht für eine solche Bürgschaft gegeben, will jedoch keine staatlichen Subventionen zulassen.

EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio hat bereits angekündigt, eine Kapitalerhöhung bei Alitalia zu blockieren, falls dieser Schritt dem Staat den Status als größter Aktionär sichern sollte.

Die vom Alitalia-Management erreichte Einigung mit dem Bodenpersonal soll den drohenden Konkurs abwenden und macht den Weg zum Abbau von 2.500 Stellen bei dem staatlich kontrollierten Unternehmen frei. Allerdings stand am Donnerstag noch die Zustimmung des Kabinenpersonals zu dem Rettungsplan aus, die als unverzichtbar für die Abwendung der Zahlungsunfähigkeit gilt. Die wegen der prekären finanziellen Lage unter starkem Zeitdruck stehenden Verhandlungen sollten am Nachmittag beginnen. Ursprünglich hatte Alitalia den Wegfall eines Viertels der 20.700 Arbeitsplätze angepeilt. Nach den jüngsten Vereinbarungen dürfte die Zahl der abgebauten Stellen jedoch deutlich unter 5.000 bleiben.
(apa)

14.9.2004 07:28