Montag, 13. September 2004

Traditionsunternehmen Palmers verkauft: Quadriga und Lead Equities übernehmen

  • Zuvor gab es Rücktritte unter den Aufsichtsräten
  • Thomas Weber ist neuer Vorstands-Vorsitzender

Die österreichische Textil- und Dessousfirma Palmers ist verkauft. Die Verträge wurden Montag Abend unterschrieben. Neuer Eigentümer der "Palmers Textil AG" ist eine "österreichisch-deutsche Investorengruppe", alle Anteile werden von einer deutschen und einer österreichischen Beteiligungsfinanzierungsgesellschaft übernommen. Der Verkauf steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

Montag am späten Nachmittag waren die Finanzierungsverträge unterschrieben worden, am Abend erfolgten die Vereinbarungen über die bevorstehende Eigentumsübertragung. Alle Anteile der Palmers Textil AG werden von Quadriga Capital und Lead Equities übernommen. Der einstige Palmers-Chef Rudolf Humer ist den Informationen zufolge nicht im neuen Eigentümerkreis.

Auch mit der Neubesetzung des Vorstands haben die neuen Eigentümer keine Zeit verloren: "Um die Umsetzung des langfristig angelegten Konzepts der künftigen Eigentümer ohne Unterbrechungen einleiten zu können", wurde Thomas Weber zum neuen Vorsitzenden des Vorstands berufen. Weber habe umfangreiche Erfahrungen in der erfolgreichen Neuausrichtung der Schiesser-Gruppe, Europas größtem Wäsche-Konzern, gesammelt, wird betont.

Mit dem Verkauf seien "die Weichen für eine gute Zukunft gestellt", heißt es in einem Kommunique der Verkäufer nach der Vertragsunterzeichnung. Die Eigentümer der Palmers Textil AG - hauptsächlich Familienangehörige - hätten sich "nach langen Überlegungen über eine nachhaltig erfolgreiche Neuausrichtung entschlossen, das Unternehmen in neue Hände zu legen". Die Wahl fiel auf eine österreichisch-deutsche Investoren-Gruppe. Sie habe ein "überzeugendes, langfristiges Konzept vorgelegt". Damit werde die Palmers Textil AG "als Ganzes erhalten". Zudem werde das Unternehmen seine Präsenz in den angrenzenden europäischen Märkten in den kommenden Jahren "erheblich ausdehnen können".

"Wir sind davon überzeugt, dass das Unternehmen Palmers Textil AG in den Händen der künftigen Eigentümer eine gute Zukunft haben wird, verbunden mit einer weiteren Stärkung der Marktposition und der Beschäftigungssicherung", teilen die Verkäufer der Palmers Textil AG wörtlich mit.

Tanos wollte Partner statt Verkauf
Die Finanzierung erfolgt durch ein österreichisches Bankenkonsortium. Wie berichtet handelt es sich bei dem Deal um eine Totalübernahme, bei dem die zum Teil heftig rivalisierenden Familienaktionäre aussteigen werden. Dem scheidenden Aufsichtschef Tanos wäre kein Totalverkauf, sondern ein strategischer Partner und ein anderer Zeitpunkt lieber gewesen.(apa/red)

13.9.2004 13:29