Montag, 13. September 2004

EU-Vergleich: Viele Teilzeitbeschäftigte würden gerne auf Vollzeitbasis arbeiten

  • In Österreich sind wenig "unfreiwillige Teilzeitkräfte"
  • Mehr als die Hälfte der Litauer sind unzufrieden

Viele Teilzeitbeschäftigte würden lieber in einem Vollzeitjob arbeiten. 14,2 Prozent der Teilzeitkräfte in Deutschland würden auf eine volle Stelle wechseln, wenn sie die Wahl hätten, berichtete das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden. Für diese Gruppe sei Teilzeitarbeit oft das kleinere Übel, um nicht in die Arbeitslosigkeit abzurutschen. 2003 arbeitete der Behörde zufolge rund jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland in einem Teilzeitjob.

Im europäischen Vergleich sind aber weniger Teilzeitbeschäftigte in Deutschland unzufrieden mit ihrer Situation. In der im Frühjahr 2003 in allen 25 Mitgliedsstaaten erfolgten Arbeitskräfteerhebung gaben im Schnitt 15,9 Prozent der Betroffenen an, sie hätten gerne eine Vollzeitstelle. Am höchsten war dabei die Unzufriedenheit im Baltenstaat Litauen: Dort wollten 51 Prozent Vollzeit arbeiten. Es folgten Griechenland (39,6 Prozent), Lettland (35,8 Prozent), Italien (30,1 Prozent), Finnland (29,9 Prozent) und Polen (29,5 Prozent)

Höchst zufrieden mit ihrer Situation waren dagegen die Niederländer: Obwohl dort fast die Hälfte aller Beschäftigten einer Teilzeittätigkeit nachgeht, tun dies nach eigenem Bekunden aber nur 3,1 Prozent, weil sie keine Vollzeitbeschäftigung finden konnten. Relativ niedrig ist der Anteil "unfreiwillig" Teilzeitbeschäftigter auch in Österreich (7,6 Prozent), in Großbritannien (8,0 Prozent), Luxemburg (8,9 Prozent) sowie in Slowenien (9,2 Prozent). (apa)

13.9.2004 09:18