Fluggesellschaft US Airways: Zweiter Insolvenzantrag innerhalb von zwei Jahren
- Schulden von 8,7 Milliarden Dollar angehäuft
- Chef: "Schwierige aber notwendige Entscheidung"
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Die amerikanische Fluggesellschaft US-Airways hat zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren Insolvenz beantragt. Wegen einer ausbleibenden Einigung mit den Gewerkschaften habe das Unternehmen Gläubigerschutz beantragt, teilte US-Airways-Chef Bruce Lakefield am Sonntag in Washington mit. Damit sollten die Bargeldreserven des Unternehmens gesichert werden, die zur Finanzierung eines Umstrukturierungsplans benötigt würden. Die "schwierige aber notwendige Entscheidung" sei getroffen worden, um die Umwandlung nun mit Hilfe von Richtern voranzutreiben.
Die Gesellschaft hat nach den Gerichtsdokumenten momentan Vermögenswerte von insgesamt 8,8 Milliarden Dollar (7,20 Mrd. Euro) und Schulden von 8,7 Milliarden Dollar. Die siebtgrößte US-Fluggesellschaft hat 28.000 Mitarbeiter. Der Flugbetrieb werde normal fortsetzt, die Mitarbeiter würden ihr Gehalt weiter bekommen, teilte US Airways mit.
Geschäfte können weitergeführt werden
US Airways hat das Insolvenzverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des amerikanischen Insolvenzrechts gestellt. Dieses Verfahren erlaubt eine Weiterführung der Geschäfte unter Aufsicht eines Insolvenzrichters und ermöglicht Sanierungsversuche. US Airways war im August 2002 schon einmal pleite gegangen. Nach einer Kreditgarantie des Bundes von 900 Millionen Dollar (738 Millionen Euro) konnte das Unternehmen den Gläubigerschutz im April vergangenen Jahres aber wieder verlassen.
Konkurrenz Billigflieger
US Airways hatte in den Jahren 2002 und 2003 bereits jährliche Kosteneinsparungen von rund zwei Milliarden Dollar verbucht. Konzernchef Lakefield betonte, die Gesellschaft müsse noch mehr tun, um mit den Billigfluglinien konkurrenzfähig zu werden. Er verwies auf das "dramatische Wachstum" der Billigfluggesellschaften, die ungebremsten Treibstoff-Preiserhöhungen und die Forderung der Verbraucher nach niedrigeren und einfacheren Flugpreisen. Die Flugpreiskosten dürften 2004 um 300 Millionen Dollar höher ausfallen als erwartet. Die Umsätze bei der Hauptlinie dürften um 450 Millionen Dollar niedriger sein als angenommen.
Auch zweitgrößte Linie der Welt insolvent
Die US Airways war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Schwierigkeiten geraten. Die UAL Corporation und ihre Tochter United Airlines, die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt, befinden sich noch in einem Insolvenzverfahren. Die Delta Air Lines ist ebenfalls in extremen Schwierigkeiten. Die drittgrößte US-Fluggesellschaft will 7.000 Stellen streichen und andere Milliarden-Sparmaßnahmen durchführen, um einem Gang zum Insolvenzrichter zu vermeiden. (apa)
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