Freitag, 17. September 2004

Aufstiegschance lebt: Nach Wechselbad der Gefühle herrscht violetter Optimismus

  • Kronsteiner & Söndergaard: Chancen weiter 50:50
  • PLUS UMFRAGE: Schafft die Austria den Aufstieg?

Bangen, hoffen, freuen - FK Austria Magna und seine Fans haben am Donnerstag Abend im Wiener Happel-Stadion ein Wechselbad der Gefühle durchgemacht. Zur Erstrunden-Halbzeit gegen den siebenfachen polnischen Meister Legia Warschau ist die lukrative Gruppen-Phase des Fußball-UEFA-Cups dank des mühevollen 1:0-Sieges aber weiterhin in Reichweite. "Die Aufstiegschancen sind mit 50:50 gleich geblieben", sagten Teammanager Günter Kronsteiner und Trainer Lars Söndergaard nach dem Heimspiel unisono.

Matchwinner Markus Kiesenebner, der in der 83. Minute mit einem Weitschuss-Aufsetzer ins Schwarze getroffen hatte, meinte, dass man mit dem Resultat zufrieden sein müsse. "Im Rückspiel haben wir es nun selbst in der Hand, wir können auch in Warschau ein Tor machen", sagte der Mittelfeldspieler, der in zwei Wochen wegen der dritten Gelben Karte gesperrt ist. In der ersten Hälfte, speziell den ersten 20, 30 Minuten, hatte gar nichts auf ein violettes Happy End hingedeutet.

Kiesenebner: "Wir waren nervös, hektisch"
Da lief in den Austria-Reihen gelinde formuliert nichts, da wurde kein Druck erzeugt, nicht aggressiv genug in die Zweikämpfe gegangen und nur reagiert. "Wir waren nervös, hektisch", so Kiesenebner. Söndergaard glaubt, dass seine Spieler den Gegner und dessen Pressing nicht so stark erwartet hätten und dadurch verunsichert worden wären. "Aber in der zweiten Hälfte ist es besser gegangen, sind wir kompakter gestand und haben versucht zu spielen."

Der aktuelle Tabellendritte von Österreichs nächstem WM-Quali-Gegner begann hingegen so, als wäre er der Gastgeber und würde er den Gegner vom Platz schießen. "Da haben die Polen mit uns gemacht, was sie wollten und auch große Möglichkeiten gehabt. Ich hatte die schlimmsten Befürchtungen, Legia hätte führen müssen, Gott sei Dank haben wir kein Tor bekommen", gab Kronsteiner zu, dessen Mannen sich aber danach gewehrt hätten. "Wir haben aber bis zum Schluss an uns geglaubt, uns etwas zugetraut, die Zweikämpfe angenommen und letztlich verdient gewonnen, diese Mannschaft hält zusammen", lobte er.

Fünfter Sieg ohne Gegentor in Serie
Mit dem 1:0, dem fünften Sieg ohne Gegentor in Serie (16:0 Tore), waren nach dem Spielverlauf alle Austrianer zufrieden. Andererseits trauerten sie aber auch ein wenig dem möglichen 2:0 nach, das der eingewechselte Tosin Dosunmu in der 92. Minute auf dem Fuß gehabt hatte. "Das zweite Tor hätte uns ruhiger schlafen lassen", gestand Kronsteiner und sein verletzte polnische Legionär Krzysztof Ratajczyk ergänzte: "1:0 ist ein gefährliches Resultat, das 2:0 wäre gut gewesen." Der Abwehrrecke glaubt aber, dass Austria auswärts besser spielen wird.

Torhüter Joey Didulica (Kronsteiner: "Er ist Europaklasse, steigert sich mit der Aufgabe"), der nun schon 517 Minuten keinen Ball mehr aus seinem Netz holen musste, sieht jetzt die Warschauer unter Zugzwang. "Sie müssen gewinnen, zumindest ein Tor erzielen, der Druck liegt auf Legia", glaubt der Korate. Es warten abermals zumindest 90 Minuten harter Arbeit. Söndergaard hat sich schon auf einen Hexenkessel eingestellt, in dem die Austria aber auch zu Chancen kommen werde. "Ich traue uns ein Tor zu, dann müsste Legia schon drei erzielen." (apa/red)

17.9.2004 11:52