Gerüchte um Legia-Hooligans: 'Teddyboys'
wollen Abbruch erzwingen & Klub schaden
- Die Aktion soll sich gegen den eigenen Verein richten
- Austria und die Polizei sind gewarnt und gerüstet
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Alarmstufe vor dem UEFA-Cup-Match Austria gegen Legia Warschau! Polnische Hooligans, die so genannten "Teddyboys" planen angeblich Spielfeld zu stürmen und damit einen Abbruch zu erzwingen. Die Aktion richtet sich dabei gegen den eigenen Verein, vor allem gegen den polnischen Medienkonzern ITI, den neuen Legia-Eigentümer.
Die Kontroverse hatte im Februar 2004, als ITI den verschuldeten Verein aus der Hauptstadt übernommen hatte, begonnen. 19 Mio. Zloty (4,32 Mio. Euro) wurden umgehend an die Gläubiger, darunter viele Spieler und Trainer der Vorjahre, überwiesen, außerdem investierte man in neue Spieler. Die hohe Erwartungshaltung der Fans wurde jedoch rasch getrübt. Im Juni verkündete ITI-Boss Mariusz Walter, dass der Konzern keine karitative Einrichtung sei und die Anhänger ebenfalls zur Genesung des Vereins beitragen müssten - in Form einer radikalen, 150-prozentigen Erhöhung der Eintrittspreise!
"Teddyboys" wollen Ausschluss aus dem UEFA-Cup erwirken
Die Legia-Fans antworteten zunächst mit friedlichen Protestaktionen, die wenig später veröffentlichten Finanzen des Medienkonzerns für das erste Halbjahr 2004 (35 Mio. Euro Gewinn) erhitzten jedoch die Gemüter. Die "Teddyboys" spalteten sich daraufhin von den restlichen Fangruppen ab und planen jetzt für Wien die Racheaktion. Legia soll demnach nicht nur eine hohe Geldstrafe von der UEFA aufgebrummt bekommen, sondern auch aus dem UEFA-Cup ausgeschlossen werden.
Legia-Verantwortliche beschwichtigen
Die Verantwortlichen von Legia sind sich der drohenden Gefahr bewusst, beschwichtigen jedoch. "Wir werden die 2.000 Karten, die wir von der Austria erhalten haben, auch verkaufen", erklärte Pressesprecher Jacek Bednarz der APA. "Aber wir haben die Tickets nur an uns bekannte Anhänger vertrieben." Tickets gab es lediglich gegen Vorweis eines Fan-Ausweises. Auch "Oberfan" Andrzej Piorkowski, in Polen als "Bosman" bekannt, sieht die Situation relativ gelassen und kündigt friedliche Fans an. "Wir werden in Wien für eine nette Überraschung unsererseits sorgen. Eine spezielle Fan-Choreografie wurde eigens vorbereitet."
Doch die Gefahr ist nicht gänzlich gebannt. Die "Teddyboys" könnten sich in Wien mit Eintrittskarten versorgen, denn weitere 1.500 Karten wurden für die in Wien lebenden Polen vorbereitet. Die Aktion dürfte jedoch keineswegs perfekt geplant sein, denn via Internet wurde erklärt, es wäre kein Problem, die niedrigen Absperrungen im Horr-Stadion zu überspringen. Die Partie findet aber bekanntlich im Happel-Stadion statt.
Austria und Polizei sind "gut vorbereitet"
Die Austria und die Polizei haben von den Plänen der polnischen Hooligans gehört und sind für alle Fälle gerüstet. "Wir haben mit der Polizei darüber gesprochen, alles getan und Vorsorge getroffen. Wir sind gut vorbereitet", sagte dazu am Dienstag Austria-Manager Markus Kraetschmer auf APA-Anfrage. Die Legia-Anhänger werden im Sektor F3 sitzen, bei Bedarf wird auch A3 aufgesperrt. Dort haben die Gäste eigene Imbiss-Stände und WC-Anlagen.
Der Verein wird rund 300 Ordner und Security-Leute im Einsatz haben, von der Polizei hieß es, dass genügend Kräfte bereitstünden. Auf Grund von Erfahrungswerten dürften bis zu 400 Beamte Dienst versehen. "Jeder der kommt, wird sich sicher fühlen. Wir brauchen jeden Zuschauer zur Unterstützung unser Mannschaft, es solle ein Fußballfest werden", sagte Kraetschmer. 15.000 Tickets sind schon weg.
(apa/red)
(apa/red)
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