Dienstag, 14. September 2004

Nach Horrorcrash von Indianapolis: Ralf Schumacher sitzt wieder im BMW-Williams

  • Geglückter Test des "kleinen Schumis" in Silverstone
  • Ein sichtlich erleichterter Ralf: "Es ist gut gegangen"

Mit Vollgas steuert Ralf Schumacher seinem Comeback im kommenden Formel-1-Rennen in Schanghai entgegen. 86 Tage nach seinem schweren Unfall in Indianapolis hat der Williams-BMW-Pilot am Dienstag vielversprechende Testrunden in Silverstone gedreht. "Ich bin total happy, weil ich gleich wieder das Gefühl für das Auto hatte", sagte der 29-Jährige nach dem geglückten Auftakt auf der englischen Rennstrecke.

Schon nach den ersten Runden auf dem 5,141 km langen Kurs war er trotz Regenunterbrechung gut gelaunt und erleichtert gewesen: "Es ist gut gegangen. Rückenschmerzen habe ich keine mehr. Jetzt sieht man, wie schön das alles ist."

Gebrochene Brustwirbel nach Indy-Crash
Der jüngere der beiden Schumacher-Brüder, der in der neuen Saison für den Toyota-Rennstall fährt, war am 20. Juni im Großen Preis der USA schwer verunglückt. Nach einem Reifenschaden war der WM-Elfte mit Tempo 300 in die Mauer gekracht. Bei dem Horrorcrash hatte sich der Wahl-Salzburger u.a. zwei Brustwirbel gebrochen.

"Tut gut, wieder im Auto zu sitzen"
Trotz des schwersten Unfalls seiner Karriere stieg Schumacher am ersten der drei Silverstone-Testtage ohne Sorgen in seinen Boliden. "Angst habe ich überhaupt nicht. Denn das Gute ist: Ich kann mich ja an überhaupt nichts an diesem Unfall-Tag erinnern. Nicht einmal mehr an den Start", meinte der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher. "Es tut gut, wieder im Auto zu sitzen. In Schanghai in zwei Wochen will ich wieder dabei sein."

Versicherung hatte früheren Einsatz gestoppt
Zuletzt hatte der Rheinländer sein Comeback immer wieder verschieben müssen. Nachdem zunächst die Ärzte Einspruch gegen eine allzu frühe Rückkehr auf die Rennstrecke eingelegt hatten, wurde der Deutsche zuletzt vor Großen Preis von Italien von der Versicherung gestoppt. Die bestand auf einer zuvor festgelegten Zwölf-Wochenfrist zur völligen Genesung, die erst am Montag nach dem GP in Monza abgelaufen war.

Schumi II möchte McLaren überholen
"Wenn Ralf fit ist, steht seinem Einsatz nichts im Wege", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Allerdings muss vor Schanghai auch noch Rennarzt Sid Watkins offiziell Grünes Licht geben - doch das dürfte nach einem geglückten Test nur noch Formsache sein. Das Ziel für die letzten drei Rennen im Williams-BMW hat der "Schumi II" bereits formuliert: "Ich werde jetzt noch mal alles dafür geben, dass wir in der Team-WM am Ende vor McLaren landen." (apa)

14.9.2004 13:15
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