Mittwoch, 15. September 2004

Ski alpin: Schröcksnadel für neue Startnummern-Regel bei Speedrennen

  • Plädoyer des ÖSV-Präsidenten für WM am Saisonende
  • Probleme für den Ski-Boss mit "seinem" Patscherkofel

Über die sportliche Zukunft von Stephan Eberharter, der seine Pläne ja am Freitag in Wien selbst verkünden will, wurde am Dienstagabend beim jährlichen Sommergespräch von Peter Schröcksnadel auf dem Patscherkofel noch nichts verraten. Dafür wartete der ÖSV-Präsident mit Vorschlägen auf, wie man durch eine Reform bei der Startnummernvergabe die Speedrennen für die Zuschauer interessanter gestalten könnte. Außerdem plädierte er erneut für Weltmeisterschaften am Saisonende und die Durchführung von Weltmeisterschaften in jenen Jahren, in denen derzeit keine Großveranstaltungen (Olympia oder WM) geplant wären.

Laut Schröcksnadel haben Untersuchungen ergeben, dass zu Beginn eines Super G die TV-Einschaltquoten um 20 Prozent niedriger sind als dann, wenn die starken Läufer mit höheren Nummern um die Spitzenplätze fahren. Aus Marketing-Überlegungen könnte er sich deshalb vorstellen, dass die Nummern der besten 30 Läufer in Zukunft verlost werden sollten. Der Tiroler steht auch in der Abfahrt einer Idee von Harti Weirather aufgeschlossen gegenüber. Um das Abschlusstraining aufzuwerten, sollten ich die besten drei Läufer die Startnummern aussuchen können. Für die kommende Saison sind die Umsetzungen dieser Überlegungen allerdings noch kein Thema.

Außerplanmäßige WM 2011?
Außerdem erneuerte der ÖSV-Präsident seinen bereits Anfang des Jahres gemachten Vorschlag, Skiweltmeisterschaften auch in jenen Jahren durchzuführen, in denen es derzeit keine WM und keine Winterspiele gibt. Erstmals könnte eine zusätzliche WM im Jahr 2011 ein Thema sein (nach der WM 2009 und Olympia 2010 in Vancouver), da bis dahin der Terminplan der Großveranstaltungen bereits fest steht.

Weltmeisterschaften statt Weltcup-Finale?
Vorstellen kann sich der Tiroler auch, dass in Zukunft die Weltmeisterschaften das Weltcup-Finale ersetzen und somit der absolute Höhepunkt auch gleich den Saisonausklang darstellt. "Das Finale will ohnehin keiner mehr finanzieren", merkte Schröcksnadel dazu an.

Keine Alpin-Piste im Raum Wien
An Ideen mangelt es dem Tiroler nicht, doch lassen sich nicht alle umsetzen. So wird zumindest vorerst nichts aus dem Vorhaben, im Großraum Wien eine Weltcup taugliche Alpin-Piste sowie eine Sprungschanze zu errichten. In Kaltenleutgeben im Wienerwald wäre zwar ein passender Standort (mit einer Slalom-Piste mit 200 m Höhenunterschied) vorhanden, doch ist dort das Gelände zu labil. "Das Risiko wäre zu groß, würde man dort eine Piste oder einen Lift bauen", so Schröcksnadel.

Nun gibt es die Idee von Langlaufbewerben in der Krieau ("Vielleicht gibt es dort einmal einen Weltcup") bzw. die Installierung einer kleinen Schanze, um eventuelle "Stadt-Talente" zu entdecken. Unabhängig davon geht die Suche nach anderen Möglichkeiten im Raum Wien weiter.

Ausbau des Patscherkofel-Gebietes im Stocken
Ein anderes Schröcksnadel-Projekt ist derzeit ins Stocken geraten, weshalb er auf die Entscheidungsträger der Stadt Innsbruck und des Landes nicht gut zu sprechen ist. Ausgerechnet auf "seinem" Patscherkofel, auf dem der ÖSV-Boss die Bergbahnen betreibt und Skirennen veranstaltet, ist er mit hohen Hürden konfrontiert. Der geplante Neubau des Berghotels und der Bergstation wurde vom Patscher Bürgermeister mit einem Verweis auf den Denkmalschutz erfolgreich beeinsprucht, außerdem wurde der Neubau eines weiteren Liftes abgegelehnt, weil 150 m davon durch ein Schutzgebiet führen würden.

"Dieser Lift ist die Grundvoraussetzung für eine moderne Herren-Abfahrt. Jetzt kann passieren, dass wir die Bahn unter Umständen komplett einstellen müssen. Entweder soll man am Berg was zulassen oder ganz zu sperren, alles andere sonst sind halbe Sachen, die keinen Sinn ergeben", merkte er verärgert an.

15.9.2004 12:39
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