Sonntag, 19. September 2004

Paralympics: Andrea Scherney holt im Weitsprung erstes Gold für Österreich

  • Mit Weltrekord im Weitsprung zur vierten Medaille
  • Insgesamt vierte ÖPC-Medaille nach drei Tagen

Bei den Paralympics der Behindertensportler in Athen gab es am Montag die erste Goldmedaille für Österreich. Sie ging auf das Konto von Andrea Scherney, die den Frauen-Weitsprung mit dem neuen Weltrekord von 5,02 Metern vor der Chinesin Juan Wang (4,59) und der US-Amerikanerin April Holmes (4,56) souverän gewann und damit ihre bisherige Weltbestmarke (4,88 m) klar übertraf.

Für die 38-jährige Wienerin, die sei einem Autounfall im Jahr 1986 Unterschenkel amputiert ist, war dies bereits die vierte Paralympics-Medaille nach Gold 1996 in Atlanta (Speer) sowie zwei Mal Silber 2000 in Sydney (Kugel und Speer).

Die vielfache Welt- und Europameisterin, die als Universitäts-Lektorin arbeitet, sorgte damit am dritten Wettkampftag in Athen bereits für die vierte ÖPC-Medaille. Vor ihr hatte es bereits zwei Mal Silber durch Wolfgang Eibeck (4.000 m-Rad-Einzelverfolgung) und Thomas Geierspichler (5.000 m-Rollstuhlfahren) sowie Bronze durch Hubert Aufschnaiter (Luftpistole) gegeben.

"Das ist mein größter Erfolg und meine bedeutendste Medaille, weil ich sie am härtesten erarbeitet habe", jubelte Scherney, die auf diesen Sieg gezielt hintrainiert hatte. "Dieses Gold wollte ich und mein Plan ist auch voll aufgegangen", berichtete die gebürtige Hornerin, die in Athen auch noch im Diskuswerfen und Kugelstoßen ihr Glück versucht.

In diesen Bewerben ist allerdings auf Grund eines komplizierten Handicap-Systems ein weiterer Podestplatz erheblich schwieriger zu schaffen. Ihre Ziele sind weitere Weltrekorde, die aber nicht unbedingt eine Medaille bedeuten müssen. Scherney: "Was jetzt noch kommt, ist Draufgabe. Jede weitere Medaille wäre ein Geschenk."
(apa)

19.9.2004 19:52