Dienstag, 14. September 2004

Klitschko-Brüder steigen für Österreich in den Ring: "Linzenz nur noch Formsache"

  • Die Brüder stellten Antrag auf österreichische Lizenz
  • Grund für Wechsel ist Streit mit Universum-Boxstall

Schon bald hat Österreich wieder zwei Spitzen-Boxer. Weil sie sich mit ihrem Universum-Boxstall zerstritten haben, stellten Witali und Wladimir Klitschko nämlich den Antrag auf eine österreichische Lizenz. Und damit ist der Wechsel laut Willibald Palatin, Präsident des Faustkämpfer-Verbandes (FVA) "nur noch Formsache".

Es fehlt lediglich noch die Freigabe durch den deutschen Berufsboxer-Bund (DBD). Bei Eintreffen der erforderlichen Unterlagen sind der 33-jährige, in Kirgisien geborene Witali und der 28-jährige, in Kasachstan geborene Wladimir ab sofort unter rot-weiß-roter Flagge in den Boxgevierts unterwegs. "Wenn das Okay aus Deutschland bis Ende Dezember nicht einlangt, haben sie mit Jänner die österreichische Lizenz. Solche gelten nämlich nur für jeweils ein Jahr", erklärt Palatin.

Hintergrund des Wechsels ist, dass sich das Duo in Deutschland mit dem Universum-Boxstall zerstritten hat. Witali, seines Zeiches regierender WBC-Weltmeister aller Klassen, und Wladimir, der Olympiasieger von 1996 und Ex-WBO-Champ, wollen mit Box-Promotor Wilfried Sauerland, der seit April dieses Jahres eine österreichische Lizenz besitzt, eine Kooperation eingehen.

"Die Klitschko-Brüder kennt man nicht nur in der Boxwelt, sie haben einen Namen. Ihr Wechsel wäre eine enorme Aufwertung für unser Land und unseren Verband", meinte Palatin zu dem Coup. Österreich hat seit den Ex-Europameistern wie Joschi Weidinger, Hans Orsolics, Edip Secovic, Josef Pachler oder des ungarischen Haus-Wieners Laszlo Papp keinen Faustkämpfer von Format gehabt.
(apa/red)

14.9.2004 16:01