Nach Erdrutschsieg für die ÖVP: In vier Bundesländern wird absolut regiert
- Vorarlberg, Niederösterreich, Wien ind Tirol
- Grüne haben jetzt in drei Landtagen über 10 Prozent
·Ergebnisse der LT- Wahl in Vorarlberg
Vorläufiges Endergebnis & so wählten die Bezirke!
·REAKTIONEN zum Ausgang der Wahl
Strache: "Bundestrend - Egger trifft keine Schuld"
·Sausgruber will mit allen sprechen
Wie angekündigt nach Reihenfolge der Stärke
·Vorarlberg: Freude bei VP-Sausgruber
Die BILDER der Landtags-Wahl: SP & Grüne feiern
·Wahlbeteiligung bei nur 60 Prozent
1999 gingen noch 27,61% mehr Menschen zur Wahl
Mit der Vorarlberger Landtagswahl gibt es nun wieder in fast der Hälfte der Bundesländer absolute Mehrheiten der regierenden Parteien - neben dem Ländle auch in Niederösterreich, Tirol und Wien. In Vorarlberg hatte die ÖVP die seit 1945 gehaltene Absolute 1999 verloren. Jetzt konnte sie Landeshauptmann Herbert Sausgruber wieder zurück erobern - und zwar nicht nur die Mehrheit der Landtagsmandate, sondern auch mehr als 50 Prozent der Stimmen. Bei den Grünen gibt es nach der Wahl eine Premiere. Erstmals ist die Partei in drei Landtagen mit über zehn Prozent vertreten.
Auf eine absolute Stimmenmehrheit stützt sich neben Sausgruber nur mehr sein niederösterreichischer Parteikollege LH Erwin Pröll: Im März 2003 eroberte er - nach zwei Perioden mit relativer Mehrheit - wieder die Absolute mit 53,29 Prozent. Zwar etwas weniger als 50 Prozent der Stimmen, dank der Wahlarithmetik aber mehr als die Hälfte der Landtagsmandate haben die ÖVP in Tirol und die SPÖ in Wien. Die Tiroler VP kam unter Herwig van Staa im September 2003 auf 49,89 Prozent, die SPÖ Michael Häupls in Wien im März 2001 auf 46,91 Prozent.
Haider brach Absolute
In den neunziger Jahren schien es bei den starken Zugewinnen der FPÖ unter Jörg Haider, als wäre die Ära der absoluten Mehrheiten zu Ende. In NÖ verlor sie die ÖVP 1993, in Wien die SPÖ 1996, in Tirol und Vorarlberg die ÖVP 1999. In diesen vier Ländern war die regierende Partei jeweils seit 1945 unverändert und konnte sich bis zu den genannten Jahren durchgehend auf die Absolute stützen.
In den anderen Bundesländern gab es nur phasenweise Absolute und somit häufiger den Zwang, Koalitionen zu bilden. Diese sind zwar in den Bundesländern in der Regel nicht unbedingt für die Regierungsbildung notwendig, weil die nach Proporz gebildete Konzentrationsregierung auf Landesebene die überwiegende Form ist (in Vorarlberg allerdings nicht). Aber Absprachen gibt es in der Regel selbst wenn das "Freie Spiel der Kräfte" propagiert wird, weil ja die wichtigen Beschlüsse wie Landeshauptmann-Wahl oder Budget im Landtag sichergestellt sein müssen.
Absolute Mehrheiten in den Bundesländern seit 1945
ÖVP 1945-1953
SPÖ 1968-1972, 1977-1987
Grüne in drei Landtagen über zehn Prozent
Anfang der 90er-Jahre war es das "mittelfristige" Ziel der Grünen, eine Zehn-Prozent-Partei zu werden. Diesem Ziel sind sie mit der Landtagswahl in Vorarlberg wieder einen Schritt näher gekommen. Vorarlberg ist das dritte Land, in dem die Grünen mehr als zehn Prozent Stimmenanteil haben - neben Tirol (15,59 Prozent) und Wien (12,45). Die Zehn-Prozent-Marke haben die Grünen auch schon bei einer Bundeswahl übertroffen, bei der EU-Wahl heuer im Juni. Wie damals haben die Grünen aber auch heute ihr - neueres - Ziel nicht erreicht, drittstärkste Kraft zu werden.
Bei der Vorarlberger Landtagswahl blieben die Grünen mit über 4.000 Stimmen klar hinter den Freiheitlichen. Bei der EU-Wahl war es nicht die FPÖ, sondern der Unabhängige Hans-Peter Martin, der die Grünen überflügelte. In Vorarlberg lagen die Grünen schon einmal vor der FPÖ, bei ihrem Einzug in den Landtag im Jahr 1984. Den damaligen Rekordwert von 13,00 Prozent haben die Grünen heute nicht geschafft. Gebrochen haben diesen Rekord die Tiroler Grünen im Vorjahr, die mit 15,59 Prozent bei der Landtagswahl den besten Wert erreichten, den Grüne seit ihrer Gründung jemals bei einer Wahl hatten.
10-Prozent-Hürde bei Nationalratswahl noch nicht gefallen
In drei Landtagen sind die Grünen aktuell Dritte: In Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol. Den Weg zur drittstärksten Kraft eröffnete den Grünen der Eintritt der FPÖ in die schwarz-blaue Bundeskoalition im Jahr 2000. Die FPÖ verlor seither bei jeder Wahl, zum Teil massiv, Wähler - und die Grünen legten bei jeder Wahl deutlich zu.
Bei der Nationalratswahl 2002 blieben die Grünen knapp unter zehn Prozent. Das Ziel, die FPÖ - die auf 10,01 Prozent kam - zu überholen, verfehlten sie österreichweit damals noch - konkret um 26.348 Stimmen bzw. 0,5 Prozentpunkte. In vier Bundesländern lagen die Grünen aber schon bei der NR-Wahl vor den Blauen: In NÖ, Tirol, Vorarlberg und Wien.
(apa)
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