Vorarlberg tiefschwarz: Erdrutschsieg (+9,16%) für die ÖVP! FPÖ halbiert sich!
- Sausgruber holt Absolute. SPÖ wird zweitstärkste Partei
- ÖVP 54,92%, SPÖ 16,87%, FPÖ 12,94%, Grüne 10,17%
·Ergebnisse der LT- Wahl in Vorarlberg
Vorläufiges Endergebnis & so wählten die Bezirke!
·REAKTIONEN zum Ausgang der Wahl
Strache: "Bundestrend - Egger trifft keine Schuld"
·Vorarlberg: Freude bei VP-Sausgruber
Die BILDER der Landtags-Wahl: SP & Grüne feiern
·Wahlbeteiligung bei nur 60 Prozent
1999 gingen noch 27,61% mehr Menschen zur Wahl
·FPÖ in Hochburgen eingebrochen
Zum Teil mehr als Hälfte der Stimmen verloren
·Sausgruber: Großer
Gewinner der Wahl
Weiterer Meilenstein in seiner politischer Karriere
·"Null Auswirkung auf Bundespolitik"
Politologe: "Regierung hat jetzt eine Atempause"
·Vorarlberg: LT-Wahl ist geschlagen!
UMFRAGE: Wahl mit Folgen für Bundespolitik?
Vorarlberg ist wieder fest in schwarzer Hand. Die ÖVP unter Landeshauptmann Herbert Sausgruber eroberte bei der Landtagswahl 54,9 Prozent der Stimmen. Mit dem Plus von 9,1 Prozentpunkten verfügt die Volkspartei wieder über die 1999 verloren gegangene absolute Mehrheit. Die SPÖ überholte die Freiheitlichen und ist damit nunmehr zweit stärkste Kraft im Land. Ebenfalls zu den Gewinnern dürfen sich die Grünen zählen, die ihren Mandatsstand verdoppelten. Niedrig war die Wahlbeteiligung mit 60,2 Prozent.
Die ÖVP kam auf 54,9 Prozent (plus 9,1), die SPÖ auf 16,9 (plus 3,9), die FPÖ auf 13 (minus 14,4) und die Grünen auf 10,2 (plus 4,1). Die fünf anderen Listen blieben klar unter den für den Landtagseinzug nötigen fünf Prozent. Die Volkspartei verfügt nun über 21 Mandate (plus 3), die SPÖ über 6 (plus 1), die FPÖ über 5 (minus 6) und die Grünen über 4 (plus 2).
VP-Alleinregierung möglich
Eigentlich könnte nun die Volkspartei allein regieren, allerdings plant Landeshauptmann Sausgruber der Tradition des Landes entsprechend trotz absoluter Mehrheit eine Koalition in der Landesregierung. Mit den anderen Parteien will er in der Reihenfolge ihrer Stärke sprechen. Als erstes ist SP-Landeschefin Elke Sader kommenden Mittwoch an der Reihe. Wen er als Kooperationspartner bevorzugen würde, sagte Sausgruber nicht. Allerdings ist diesmal auch ein Alleingang der Volkspartei nicht auszuschließen, wie Klubchef Markus Wallner betonte.
Die SPÖ gab sich fürs Erste in der Koalitionsfrage zurückhaltend. Bedingungen - etwa den Posten des Landesstatthalters oder der Gesundheits-Landesrätin - wollte die Gynäkologin Sader nicht stellen. Grundsätzlich könne man sich eine Kooperation aber vorstellen. Mit dem Abschneiden ihrer Partei zeigte sie sich absolut zufrieden - vor allem mit der Wiedererlangung des zweiten Platzes, den man 1994 verloren hatte.
Egger's Zukunft offen
Ebenfalls als Koalitionspartner im Spiel halten sich die Freiheitlichen, deren Landeschef Dieter Egger eine Kooperation mit der Volkspartei nicht ausschloss. Ob er dabei noch an der Spitze der FPÖ stehen wird, ließ der Landesstatthalter offen. Dies müssten die Gremien entscheiden, er wäre aber trotz des Rekordverlustes bereit dazu. Als Hauptgrund für das Debakel sieht Egger, dass es nicht gelungen sei, die Wähler zu mobilisieren.
Keinen Grund zur Klage gab es bei den Grünen, die nicht nur den Klubstatus wieder erlangten sondern sich an Mandaten sogar verdoppelten. Mit Koalitionsgesprächen rechnete Spitzenkandidat Johannes Rauch nicht. Sollte es aber doch dazu kommen, stünde er dafür bereit.
Die Reaktionen der Bundespolitiker fielen entsprechend den jeweiligen Ergebnissen aus. VP-Vize Elisabeth Gehrer freute sich mit ihrem Parteifreund Sausgruber und empfahl der Bundespartei, sich den Landeshauptmann mit seiner Verlässlichkeit und Beständigkeit zum Vorbild zu nehmen. Bundeskanzler ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel gratulierte Sausgruber via Pressedienst. SP-Chef Alfred Gusenbauer empfand angesichts des geschafften Turn-Arounds einen "Tag der Freude". Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen sieht für seine Partei "eine sehr schöne Bestätigung für die Arbeit der letzten fünf Jahre".
Blaue haben so ein Ergebnis "nicht einmal befürchtet"
Am Wenigsten zu lachen hatte man auch auf Bundesebene bei den Freiheitlichen. Der frühere Landesstatthalter und jetzige Vizekanzler Hubert Gorbach - im Wahlkampf im Großeinsatz - meinte, er hätte so ein Ergebnis "nicht einmal befürchtet". Nun gelte es, das Vertrauen der Wähler "Meter für Meter" zurückzugewinnen.
Zu denken geben muss den Parteien wohl das geringe Interesse am Urnengang. Erstmals herrschte bei Landtagswahlen in Vorarlberg keine Wahlpflicht mehr und schon schrumpfte die Beteiligung auf 60,2 Prozent - vor fünf Jahren waren (quasi gezwungen) noch 87,8 Prozent zur Urne geschritten.
ÖVP in allen Gemeinden voran
Die ÖVP hat alle 96 Vorarlberger Gemeinden "zurückerobert": 1999 musste die ÖVP in zwei Gemeinden - Vandans und Nenzing - den 1. Platz an die Freiheitlichen abgeben. Der Absturz der Freiheitlichen wird auch in anderen Details manifest: In 32 Gemeinden, das ist exakt jede dritte, wurde die FPÖ vom zweiten Platz auf den dritten Platz verdrängt, in weiteren 13 Gemeinden stürzte die FPÖ sogar vom zweiten auf den vierten Platz in der Wählergunst ab.
(apa)
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