Samstag, 18. September 2004

Vorarlberg hat gewählt: Auszählung läuft - Beteiligung von unter 60% zeichnet sich ab!

  • Bregenz: 27% weniger Wähler als im Jahr 1999
  • Die ersten Hochrechnungen um 17 Uhr auf networld.at!

Nach dem Aus für die gesetzliche Wahlpflicht ist die Wahlbeteiligung in Vorarlberg - wie schon bei der Europa- und Bundespräsidentenwahl - nun auch bei der Landtagswahl deutlich gesunken und dürfte in der Endabrechnung unter 60 Prozent liegen. Nach Auszählung von 87 der 96 Ländle-Gemeinden (ohne Dornbirn und Feldkirch) lag die Wahlbeteiligung gerade noch bei 61,1 Prozent.

In der Landeshauptstadt Bregenz etwa war das Interesse an der Landtagswahl um mehr als ein Viertel schwächer als vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung ging laut inoffiziellem Ergebnis um 27 Punkte auf 57,3 Prozent zurück. Analog war das Ergebnis in der Bezirkshauptstadt Bludenz mit einem Rückgang der Wahlbeteiligung um 28,5 Punkte auf 57,7 Prozent.

Die höchste Wahlbeteiligung wurde aus der Pfändergemeinde Eichenberg (Bezirk Bregenz) gemeldet: Mit einem Rückgang von "nur" 9,3 Prozentpunkten wurde - einschließlich Wahlkarten - eine Beteiligung von 82,9 Prozent erreicht. In St. Gerold (Bezirk Bludenz) war das Ergebnis mit Minus 9,9 Punkten auf 81,8 Prozent Beteiligung ähnlich gut. Überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligungen gab es u.a. auch in Dalaas (74,3 Prozent), Damüls (77,4), Faxern (78,6), Schoppernau (76,7), Sonntag (78,7).

Spitzenkandidaten durchwegs optimistisch
Bei der Stimmabgabe versprühten die Spitzenkandidaten durchwegs großen Optimismus. Zuversichtlich lächelnd gaben sie ihre Stimmenzettel ab. Sausgruber kam wie gewöhnlich im Kreise seiner Familie in die Volksschule Kirchdorf in Höchst am Bodensee. Auch seine frühe Stimmabgabe - 7.45 Uhr - hat bereits Tradition. Der Stimmzettel des Landeshauptmanns wurde vom Höchster Bürgermeister Werner Schneider persönlich in der Wahlurne versenkt. Knapp zwei Stunden später gab Grünen-Spitzenkandidat Johannes Rauch seine Stimme in seiner Heimatgemeinde Rankweil (Bezirk Feldkirch) ab, um 10.30 Uhr folgte Landesstatthalter Dieter Egger (F) in Hohenems (Bezirk Dornbirn). Als letzte im Bunde der Spitzenkandidaten der Landtagsparteien ging Elke Sader, die ihren Hund mitbrachte, wählen. Gegen 11.15 Uhr fand sie sich in ihrem Wahllokal in Lochau bei Bregenz ein.

Erstmals keine Wahlpflicht in Vorarlberg
Große Unbekannte war die Wahlbeteiligung, besteht doch erstmals bei einer Vorarlberger Landtagswahl keine Wahlpflicht mehr. In 93 der 96 Gemeinden ist um spätestens 13.00 Uhr Wahlschluss, weshalb um 17.00 Uhr, wenn die letzten drei Wahllokale zusperren, das Endergebnis praktisch schon vorliegen wird.

Acht Parteien standen zur Auswahl
Acht Parteien und Listen haben sich in den vergangenen Wochen um die Gunst der Vorarlberger Wähler bemüht. Neben den Landtagsparteien ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen streben auch "Vau-heute", "Liste Freier Bürger FNG", "Frizz - Liste für alle Unzufriedenen und Selbstdenker (Frizz)" und in drei Bezirken "Die Buntkarierten" den Einzug in den Landtag an. 1999 erreichte die ÖVP 45,76 Prozent der Stimmen (18 Mandate), die FPÖ 27,41 Prozent (elf Mandate). Während die SPÖ auf 12,99 Prozent (fünf Mandate) kam, büßten die Grünen ihren Klubstatus ein und mussten sich mit 6,03 Prozent (zwei Mandate) zufrieden geben. Mit 2,28 Prozent bzw. 1,22 Prozent verpassten "Vau-heute" und "Frizz" den Sprung in den Landtag deutlich. Die Wahlbeteiligung betrug bei der letzten Vorarlberger Landtagswahl mit Wahlpflicht 87,81 Prozent.
(apa/red)

18.9.2004 22:04