Donnerstag, 16. September 2004

Roter Wahlkampfabschluss: SPÖ will in Vorarlberg die Freiheitlichen überholen

  • Keckeis: "FPÖ hat den zweiten Rang nicht verdient"
  • PLUS: Alle Informationen zur Landtagswahl

"Wir wollen Zweite werden!" Der Schluss-Appell von SPÖ-Spitzenkandidatin Elke Sader war gleichzeitig Programm für die gesamte Wahlkampfabschluss-Veranstaltung der Vorarlberger Sozialdemokraten. Zuvor hatten bereits Bundesparteichef Alfred Gusenbauer und besonders Günther Keckeis, Galionsfigur der SPÖ Vorarlberg und 30 Jahre lang Landtagsabgeordneter, mit Reden voll von ÖVP-Kritik für Stimmung unter den rund 250 Gästen gesorgt.

Vor allem Keckeis verstand es, die SPÖ-Anhänger bestens zu unterhalten. Im Mittelpunkt seiner Rede stand Landeshauptmann Herbert Sausgruber, für den die ÖVP mit dem Slogan "Auf ihn ist Verlass" wirbt. Das habe die Volkspartei noch stets behauptet, sagte Keckeis trocken, nach den Wahlen seien aber immer nur drei Verlässlichkeiten übrig geblieben. Etwa die, "dass die ÖVP nie ihre Wahlversprechen einhält". "Die ÖVP sündigt, betet, beichtet und beginnt dann wieder von vorne", charakterisierte er die Volkspartei. Es wäre nur gerechtfertigt, wenn am 19. September nicht nur die Freiheitlichen abgestraft würden, sondern auch die ÖVP, meinte Keckeis, der im Alter von knapp 65 Jahren nicht mehr für den Landtag kandidiert.

Auf die Freiheitlichen kam Keckeis bewusst erst am Ende seiner Ausführungen zu sprechen. "Die FPÖ spielt jene Rolle, in der sie sich offensichtlich am wohlsten fühlt: Klon der ÖVP zu sein", begründete Keckeis und kritisierte, dass die Freiheitlichen mit elf Mandaten dieselbe Politik machten wie zu jener Zeit, als sie nur über drei Mandate verfügten. "Diese Partei verdient den zweiten Platz nicht, dieser zweite Platz gehört uns!" Die Konflikte zwischen ÖVP und FPÖ seien Scheingefechte, die am Wahlabend wieder beendet sein würden. Für die ÖVP fand er die freie Übersetzung "Partei der großen Heuchler".

Auch für Gusenbauer lautete das Ziel, den zweiten Platz zu erobern. Vorarlberg fehle das soziale Antlitz, bemängelte der Bundesparteichef, um zu ergänzen: "Das ist die SPÖ mit Elke Sader an der Spitze." Die SPÖ wolle ein starker Partner für die Vorarlberger und eine Alternative zu Schwarz-Blau sein, damit sich die politischen Verhältnisse zum Besseren wendeten. "Es gibt Hoffnung, es geht wieder aufwärts, Glück auf", schickte er die Vorarlberger Sozialdemokraten in den Wahltag. (apa)

16.9.2004 22:38