Sonntag, 19. September 2004

Staatsanwalt ermittelt: Russische Polizei prügelt Terror-Verdächtigen zu Tode!

  • Polizei: Mann starb an einem Herzinfarkt
  • Offenbar war Anschlag auf Präsident Putin geplant

Die russische Polizei hat Medienberichten zufolge einen Terrorverdächtigen während eines Verhörs zu Tode geprügelt. Eine Untersuchung der Leiche habe gezeigt, dass der Mann zu Tode geprügelt wurde und nicht - wie ursprünglich berichtet - an einem Herzanfall starb, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag.

Den Angaben zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge sowie wegen Kompetenzüberschreitung. Der Mann war am Vortag festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei war er im Zentrum Moskaus in einem mit Sprengstoff beladenen Auto unterwegs. Sieben Stunden nach seiner Festnahme starb er.

Vor seinem Tod habe der Mann gestanden, 1000 Dollar (819 Euro) erhalten zu haben, um das Auto zu der Hauptverkehrsstraße zu bringen, die der russische Präsident Wladimir Putin bei seinen Fahrten zum Kreml nutzt, sagte die Polizei am Samstag weiter.

In den vergangenen Wochen haben tschetschenische Rebellen wiederholt Anschläge in Russland verübt. Erst vor gut zwei Wochen hatten Separatisten in einer Schule im südrussischen Beslan mehr als 1000 Kinder und Erwachsene in ihre Gewalt gebracht. Bei der Erstürmung der Schule wurden offiziellen Angaben zufolge mehr als 320 Menschen getötet, rund die Hälfte von ihnen waren Kinder. Zuvor waren bei fast zeitgleichen Bombenanschlägen auf zwei russische Passagierflugzeuge 90 Menschen getötet worden. (apa)

19.9.2004 17:34