Sonntag, 19. September 2004

Sudanesische Regierung beschließt Umsetzung der UNO-Resolution

  • Kabinett bezeichnet Beschluss in Sondersitzung als "ungerecht"

Die sudanesische Regierung hat auf einer Sondersitzung am Sonntag beschlossen, die Forderungen der UNO-Resolution zur Beendigung der Krise in Darfur umsetzen. Das Kabinett halte die Resolution für "ungerecht", sagte der Staatsminister im Außenministerium Najib al-Khair Abdel Wahab in Khartum. Dennoch wolle die Regierung die Forderungen befolgen.

In dem am Samstag verabschiedeten Text forderten die Vereinten Nationen die vollständige Entwaffnung der arabischen Reitermilizen in der westsudanesischen Unruheregion. Der UNO-Sicherheitsrat werde Sanktionen gegen die südanesische Ölindustrie "erwägen", sollte die Regierung in Khartum nichts zum Schutz der Menschen in Darfur unternehmen.

In Darfur kämpfen zwei schwarzafrikanische Rebellengruppen seit Februar vergangenen Jahres gegen die von Khartum unterstützten Janjaweed-Reitermilizen. Nach UNO-Schätzungen starben dabei bisher bis zu 50.000 Menschen; mehr als 1,4 Millionen Menschen sind auf der Flucht. (apa)

19.9.2004 06:57