Samstag, 18. September 2004

Anschlag auf Putin vereitelt: Attentäter starb nach Verhaftung an "Herzattacke"

  • Bewohner wurden in angrenzende Schulen evakuiert
  • Autobombe auf Fahrtstrecke von Putin geparkt

Die Moskauer Polizei hat in der Nacht zum Samstag offenbar zwei Anschläge mit Autobomben vereitelt. An zwei Straßen in Wohngebieten im Zentrum der russischen Hauptstadt habe die Polizei zwei mit Sprengstoff und Minen beladene Fahrzeuge entdeckt, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Polizeivertreter. Der mutmaßliche Attentäter ist kurz nach seiner Verhaftung "an einer Herzattacke" verstorben.

Die Bewohner seien in eine nahe gelegene Schule evakuiert worden, Experten des Inlandsgeheimdienstes FSB hätten die Sprengsätze entschärft, berichtete der Fernsehsender NTW. Sie sei gegen 03.00 Uhr morgens mit der Begründung geweckt worden, es bestehe Explosionsgefahr, sagte eine Anrainerin dem Sender.

Russland wurde in den vergangenen Wochen von einer Serie von Terroranschlägen erschüttert. Vor zwei Wochen kamen bei dem blutigen Geiseldrama von Beslan mindestens 339 Menschen ums Leben, die Hälfte davon Kinder. Zuvor hatte sich eine Selbstmordattentäterin vor einer Moskauer U-Bahnstation in die Luft gesprengt. Zwei tschetschenische Attentäterinnen brachten zudem zwei russische Passagiermaschinen zum Absturz. Dabei starben insgesamt 90 Menschen. Zu den Anschlägen bekannte sich am Freitag im Internet der tschetschenische Rebellenführer Schamil Bassajew.
(apa)

18.9.2004 09:10