Erster Vorstoß: Schweden und Finnland bilden gemeinsame EU-Kampftruppe
- NATO-Länder Deutschland und Niederlande sollen sich ebenfalls beteiligen
Schweden und Finnland werden gemeinsam eine mobile EU-Kampftruppe bilden. Hinzu kommen zwei kleinere Kontingente aus zwei NATO-Ländern. Das berichtete die finnische Tageszeitung "Helsingin Sanomat". Die Vereinbarung zwischen Schweden und Finnland gilt bereits als sicher. Die Schweden sollen dabei 1.000 Soldaten beisteuern, die Finnen rund 200. Um die von der EU vorgegebene Stärke von 1.500 Mann zu erreichen, muss sich noch jemand daran beteiligen.
Dies sollen dem Zeitungsartikel zufolge zwei NATO-Länder sein; als Favoriten werden Deutschland und die Niederlande genannt. Polen sei ebenfalls interessiert gewesen, jedoch bei den Schweden auf Widerstand gestoßen. Verhandlungen habe es außerdem mit den drei im Frühjahr der NATO beigetretenen baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen gegeben.
Die Schweden haben laut "Helsingin Sanomat"die gemeinsame Einsatztruppe bereits in ihrer demnächst zu beschließenden Armeereform verankert. Das finnische Parlament soll die gemeinsame Truppe im Verlauf des Herbstes abgesegnen. Schweden und Finnland gehören wie Österreich und Irland keinem Militärbündnis an. Alle anderen EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Zypern und Malta sind NATO-Mitglieder.
Die EU plant den Aufbau von sieben bis neun kleineren und hochmobilen Einheiten von jeweils 1.500 Soldaten, die binnen 15 Tagen verlegbar sein und mit einem UNO-Mandat ausgestattet tätig werden sollen. Das Konzept soll bis 2007 oder 2008 umgesetzt sein. Es ist derzeit auch Thema auf beim informellen Treffen der EU-Verteidigungsminister im niederländischen Noordwijk. (apa)
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