Neue Nordirland-Gespräche: Sinn Fein bietet Auflösung der IRA an!
- Bedingung: Koalition zwischen Sinn Fein & Protestanten
Zwei Jahre nach der Aussetzung der Selbstverwaltung Nordirlands haben am Donnerstag neue Verhandlungen zur Beilegung der Krise begonnen. Zu Beginn der dreitägigen Verhandlungen auf Leeds Castle bei London erklärte sich der Vorsitzende der republikanischen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, grundsätzlich zur Auflösung der IRA bereit. Ein Ende der Untergrundorganisation wäre möglich, wenn sich die größte protestantische Partei DUP zu einer Regierungskoalition mit Sinn Fein bereit finde, sagte Adams. "Eine Einigung zwischen Sinn Fein und der DUP ist unvermeidlich", erklärte der Chef des politischen Flügels der IRA.
Die DUP des radikalen protestantischen Pfarrers Ian Paisley hatte vor einem Jahr bei den nordirischen Regionalwahlen die bis dahin dominierenden Ulster-Unionisten des gemäßigten David Trimble hinter sich gelassen. Der DUP-Vizechef Peter Robinson sagte am Donnerstag, bevor er irgendwelche Zugeständnisse mache, müsse sich die IRA auflösen, und dabei zählten Taten, nicht Worte: "Wenn sie ihre Waffen behalten, bewegen wir uns nicht."
Das Friedensabkommen von 1998 funktioniere nicht und müsse geändert werden, sagte Robinson. Auch Trimble sagte, die Sinn-Fein-Partei müsse als erstes ihre "Privatarmee" in Form der IRA abschaffen. Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass die größten Parteien der Protestanten und Katholiken in der Regierung vertreten sein müssen. Seit den Regionalwahlen im November 2003 sind dies die radikalen Gruppierungen Sinn Fein und DUP.
Der nordirische Friedensprozess stockt, seit die britische Regierung vor zwei Jahren die Autonomie der Provinz ausgesetzt hatte. Sie hielt dies für unvermeidlich, weil die konfessionsübergreifende Regionalregierung kurz vor dem Scheitern stand, nachdem Sinn Fein der Spionage verdächtigt worden war. Seitdem hat es mehrfach Verhandlungen gegeben, aber immer ohne Erfolg.
(apa/red)
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