Bestechungen vor Jet-Terror in Russland: Fluglininen-Mitarbeiter erhielt Schmiergeld
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Die Bombenanschläge auf zwei russische Passagierflugzeuge mit insgesamt 90 Toten Ende August sind durch Bestechungszahlungen auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo ermöglicht worden. Die beiden tschetschenischen Selbstmord-Attentäterinnen hätten insgesamt 5000 Rubel (140 Euro) an einen illegalen Flugscheinverkäufer gezahlt, teilte der russische Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow am Mittwoch in Moskau mit. Der Verkäufer habe den Frauen in letzter Minute vor Schließung der Passagierliste jeweils einen Platz für die beiden Flüge in Richtung Südrussland organisiert.
In einem der beiden Fälle sei dokumentiert, dass der Ticketverkäufer 1000 Rubel Schmiergeld an einen Mitarbeiter der Fluglinie Sibir zahlte, um eine der beiden Frauen auf den Flug nach Sotschi zu setzen. Nach dem Start in Richtung Süden hatten sich die beiden Frauen in wenigen Minuten Abstand in die Luft gesprengt und alle Insassen an Bord der beiden Tupolews mit in den Tod gerissen.
Der Bericht der Generalstaatsanwaltschaft kritisiert auch das Verhalten der Polizei auf dem Flughafen. Die beiden Tschetscheninnen sowie zwei weitere Komplizinnen waren erst wenige Stunden vor ihrem Abflug mit einem Flugzeug auf dem Flughafen Domodedowo angekommen. Ein zuständiger Milizionär habe ungeachtet der strengen Kontrollvorschriften die vier Frauen ungehindert passieren lassen.
Während zwei Frauen umgehend wieder Richtung Süden flogen und die Bomben zündeten, sprengte sich eine dritte Attentäterin eine Woche später vor einer Moskauer U-Bahn-Station in die Luft und tötete neun oder zehn Passanten. Nach der vierten Tschetschenin wird in Moskau weiter gefahndet.
(apa/red)
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