Humanitäre Krise in Darfur: Noch immer sterben bis zu 10.000 Menschen pro Monat
- Durchfallerkrankungen als Hauptursache für Todesfälle
- amnesty international schickt Delegation in den Sudan
Die humanitäre Krise in Darfur nimmt weiterhin schreckliche Ausmaße an: In der aus drei Provinzen bestehenden westsudanesischen Bürgerkriegsregion sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach wie vor 6.000 bis 10.000 Menschen pro Monat. Das ergab eine Untersuchung für die Zeit vom 15. Juni bis zum 15. August. Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) schickte am Dienstag erstmals eine Untersuchungskommission nach Darfur. Die von ai-Generalsekretärin Irene Khan geleitete Gruppe will bis zum 21. September die Ortschaften al-Jeneina, sowie Nyala und al-Fasher (al-Fashir) besuchen.
"Es ist sehr beunruhigend, dass es sechs Monate nach Beginn der humanitären Hilfe noch so hohe Sterblichkeitsraten gibt", sagte WHO-Nothilfe-Experte David Nabarro am Montag in Genf. Die Hilfsbemühungen müssten dringend verstärkt werden.
Kein sauberes Trinkwasser
Die Hauptursache für die Todesfälle in Darfur sind laut Untersuchung Durchfallerkrankungen. Davon sind vor allem Kinder unter fünf Jahren betroffen. Die große Mehrheit der 1,2 Millionen vertriebenen Menschen verfügt über kein sauberes Trinkwasser, außerdem mangelt es an Seife und Latrinen, wie Nabarro ausführte. Weitere Ursachen für Todesfälle sind Fieber, Lungenentzündung sowie Verletzungen und Gewalttaten.
Amnesty möchte in Darfur Gespräche mit Opfern sowie mit Vertretern von regierungsunabhängigen Hilfsorganisationen vor Ort führen. In der Hauptstadt Khartum sind Gespräche der ai-Experten mit Regierungsmitgliedern und internationalen Vertretern geplant.
amnesty-Delegation will helfen
Khan befürchtet, dass ihre Delegation in den Flüchtlingslagern nicht ausreichend Zeit bekommt. Mehr als sechs Monate hatte sich ai um eine Genehmigung bemüht, nach Darfur reisen zu dürfen. Die sudanesische Regierung hatte den Zugang zur Krisenregion stark eingeschränkt.
In dem im Februar 2003 begonnenen Konflikt zwischen schwarzafrikanischen Rebellen und von der Regierung unterstützten arabischen Reitermilizen wurden bereits bis zu 50.000 Menschen getötet. Rund 1,4 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. (apa/red)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
