Fall Tiroler Loden: Innenminister Strasser klagt Kärntens Landeshauptmann Haider
- Strasser-Anwalt hat Klage bereits eingebracht
- Haider bekräftig noch einmal seine Vorwürfe
Der Brandfall Tiroler Loden ist um eine Facette reicher: Innenminister Strasser klagt den Kärntner Landeshauptmann Haider auf Widerruf. Grund sind die Äußerungen Haiders bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Loden-Chef Andreas Gebauer vom vergangenen Montag. Die Retourkutsche von Haider lässt nicht lange auf sich warten. Er bekräftigt noch einmal seine Vorwürfe.
Anwalt Werner Suppan brachte am Freitag im Namen des Innenministers die entsprechende Klage ein, bestätigte ein Strasser-Sprecher gegenüber der APA einen Artikel der Samstag-Ausgabe der Tageszeitung "Die Presse". Haider hatte sich für den Tiroler Unternehmer in die Bresche geworfen und Strasser vorgeworfen, er dulde Metternichsche Methoden und ein illegales Vorgehen seiner Kriminalbeamten. Gebauer sei behördlicher Willkür ausgeliefert. In Österreich gebe es, so Haider, ein Kartell von wichtigen Menschen, die ihre Freundschaft zum Innenminister nutzten.
Haider bekräftigt seine Vorwürfe
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) bekräftigte am Samstag seine Vorwürfe gegen Innenminister Ernst Strasser (V) trotz der von Strasser eingebrachten Klage. "Ich erwarte mir, dass Ermittlungen von Behörden rechtmäßig geführt werden und das war im Fall Tiroler Loden nachweislich nicht der Fall", sagte Haider. Der Klage sehe er jedenfalls gelassen entgegen.
In der Causa Tiroler Loden hatte ein Zeuge Gebauer zunächst beschuldigt, dass er von diesem angestiftet worden sei, jenen Brand zu legen, der am 3. Juni 2003 die Produktionshallen von Tiroler Loden in Innsbruck vernichtet hatte. Inzwischen nahm der Zeuge Günther M. diese Aussage zurück. M., gegen den wegen Brandstiftung ermittelt wird, beschuldigt nun Fahnder des Bundeskriminalamtes, ihn mit Versprechungen zu seiner Aussage genötigt zu haben.
Nachdem seine Aussage in einer Tiroler Wochenzeitung erschienen war, vermutete sein Anwalt laut "Die Presse", dass M. dafür ein Honorar kassiert habe - wie früher auch. Sein Mandant habe inzwischen so viele Varianten über den Brand bei Tiroler Loden aufgetischt, dass seine Aussagen völlig wertlos seien.
Gebauer sieht sich als Opfer einer Versicherung, die sich wegen des Verdachtes gegen ihn weigere, den Brandschaden zu ersetzen. Der Unternehmer, in dessen Firmen es bereits mehrfach brannte, ortete wiederholt eine Verschwörung.
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
