Behält Krenn seinen Posten? Laut Sekretär kein Rücktrittsgesuch eingereicht!
- Bischof wehrt sich: "Mir geschieht großes Unrecht"
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·Rätselraten um Krenns Nachfolge!
Viele Namen im Spiel, keine Signale aus Rom
Das Rätselraten um den erwarteten Rücktritt des St. Pöltener Bischofs Kurt Krenn geht weiter. Auch Donnerstagmittag wurde kein entsprechendes "Bulletino" vom Presseamt des Heiligen Stuhls veröffentlicht. Laut Krenns Sekretär Michael Dinhobl hat der Bischof kein Rücktrittsgesuch eingereicht. Und Krenn gibt wieder Interviews: "Mir geschieht großes Unrecht."
Nach dem Rom-Aufenthalt von Bischof Krenn in der vergangenen Woche wurde seit dem Wochenende mit dem Rücktritt gerechnet. Bischof Krenn soll vom Vatikan ein "Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen" empfohlen worden sein, als Konsequenz aus dem Skandal um Kinderpornos und homosexuelle Kontakte im St. Pöltener Priesterseminar.
Krenn sei zwar tatsächlich in der Vorwoche in Rom vom Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re, ein Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen nahe gelegt worden, hieß es. "Unterschrieben hat er dabei nichts", so ein Insider. Ein Rücktrittsgesuch sei ein persönlicher Brief an den Papst, der jedoch noch nicht abgeschickt worden sei.
Diese Darstellung deckt sich auch mit einer Ankündigung des Herausgeber der ultra-konservativen katholischen Monatsschrift "Der 13.", Friedrich Engelmann. Gegenüber der APA berichtete er, dass er kommende Woche eine Sondernummer veröffentlichen werde, wonach Krenn kein Rücktrittsgesuch unterschrieben habe. Und ohne ein derartiges Gesuch könne es nun einmal keinen Rücktritt geben. Engelmann berichtete weiters, dass sich die vom "13." gestartete Unterschriftenaktion für Krenn weiterhin großen Zuspruchs erfreue. Er habe zuletzt nur wenig Zeit zum Zählen gehabt, rechne aber damit, dass die Zahl der Unterstützer bereits an die 5.000 betrage.
Krenn ist Donnerstagmittag zu einem Gespräch mit dem Päpstlichen Visitator Klaus Küng in St. Pölten zusammen gekommen. Küng hat mit Krenn die geplanten Aufnahmen in das Priesterseminar besprochen. Die Kandidaten wurden in den letzten Tagen von einer Kommission geprüft.
In der "Ganzen Woche" beklagt Krenn sein Schicksal: "Es ist schlimm, was hierzulande gegen mich vorgebracht wird, aber da kannst halt nix machen. Der liebe Heiland ist auch nicht gut behandelt worden. Und wenn ein Mitbruder einem anderen quasi den Dolch in den Rücken sticht, dann kann ich nur sagen, auch die Kirche besteht nur aus Menschen."
Krenn gibt sich gleichzeitig realistisch: "Im Letzten stehen wir dort, wo Gott uns sieht. Krankheit ist ein Schicksal, welches ich mit dem Papst teile, wenngleich er noch viel mehr zu ertragen hat. Ich habe Zucker, aber sonst bin ich gesund. Wenn ich nun ins Abseits gestellt werde, falle ich in kein schwarzes Loch." (apa/red)
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