"Österreich hilft Darfur": Bisher wurden schon 3,4 Millionen Euro gespendet
- Bundespräsident Fischer lobt Hilfsbereitschaft
- Bereits 1,4 Millionen Vertriebene im Sudan
·Darfur-Friedensge- spräche gescheitert
Keine Einigung über Sicherheitsfragen
·Darfur: Bis zu 10.000
sterben jeden Monat
Delegation von amnesty international im Sudan
Die Hilfsaktion "Nachbar in Not" für die Flüchtlinge in der westsudanesischen Provinz Darfur erfreut sich enormer Resonanz bei der österreichischen Bevölkerung: Insgesamt 3,4 Mio. Euro wurden bis heute, Donnerstag, gespendet. Bundespräsident Heinz Fischer, Schirmherr von "Nachbar in Not", lobte während einer Pressekonferenz in Wien die große Hilfsbereitschaft der Österreicher.
81.380 Einzelspenden sind bereits eingegangen, mehr als 11.000 davon wurden via Internet eingezahlt. An den in TV und Radio ausgestrahlten Slogan "Mit zehn Euro sichern sie einer fünfköpfigen Flüchtlingsfamilie einen Monat das Überleben" hielt sich jedoch kaum jemand: "Durchschnittlich spenden die Österreicher 40,60 Euro", freute sich "Nachbar in Not"-Koordinator Jörg Ruminak. Täglich fließen rund 160.000 Euro auf das P.S.K.-Konto 91 091 200.
Fischer: Sind noch nicht am Endpunkt
"Wir sind noch nicht am Endpunkt angelangt", ersuchte Fischer, die Bereitschaft zu helfen fortzusetzen, die Bemühungen "nicht erlahmen zu lassen". Die Lage im Sudan habe sich in den vergangenen 30 Tagen "leider nicht gebessert", allerdings sei in Österreich einiges geschehen: "Die Österreicher haben den Appell gehört und die substanzielle Möglichkeit zu helfen genützt", so der Bundespräsident.
Als "besondere Herausforderung" sah ORF-Generalintendantin Monika Lindner die erste "Nachbar in Not"-Aktion außerhalb Europas: "Es waren sich nicht alle sicher, wie die Kampagne angenommen würde - schließlich ist der Sudan sehr weit weg. Doch das Zwischenergebnis ist unglaublich. Wir werden mit der selben Kraft weitermachen, denn ein Ende der humanitären Katastrophe im Darfur ist im Moment nicht abzusehen."
"200 Menschen sterben durchschnittlich pro Tag, der Flüchtlingsstrom ist mittlerweile auf 1,4 Millionen Menschen gewachsen, 200.000 davon befinden sich derzeit über der Grenze im Tschad", berichtete Michael Opriesnig, Kommunikations- und Marketingchef des Österreichischen Roten Kreuzes sowie Stiftungsvorstand von "Nachbar in Not". Die "Internal Displaced Persons" (IDP) sind besonders in den kommenden Monaten auf internationale Hilfe angewiesen. Opriesnig: "Die großen Herausforderungen liegen noch vor uns."
(apa)
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