Mittwoch, 15. September 2004

5. Autofreier Tag am 22. September: Wien gibt "Ring frei", nur 193 Gemeinden dabei

  • Organisator Mehl: "Liegen im Europa-Vergleich sehr gut"

Zum fünften Mal feiert Österreich am 22. September den autofreien Tag. Ganz Österreich ist aber wohl übertrieben, denn von den 2.230 Städten und Gemeinden machen gerade einmal 193 mit. Dennoch zeigte sich Wolfgang Mehl vom Klimabündnis im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien recht zufrieden: "Wir liegen damit im europäischen Vergleich sehr gut. Laut meinen Informationen machen in ganz Europa insgesamt 1.066 Städte mit."

Umweltminister Josef Pröll (V) will den autofreien Tag, der der Höhepunkt und Abschluss der am (morgigen) Donnerstag beginnenden "Mobilitätswoche" ist, heuer "sichtbar machen": "In den vergangenen Jahren war er nicht spürbar, wir wollen dieses Mal ein Zeichen setzen." Das deutlichste wird es in der Bundeshauptstadt geben: Am kommenden Mittwoch gibt Wien zwischen 10.00 und 14.00 Uhr den "Ring frei", dann ist die Ringstraße für den Verkehr gesperrt.

Kärntner, Steirer verzichten am wenigsten
Ganz unterschiedlich ist die Akzeptanz des Auto-Ruhetags in den einzelnen Bundesländern: Nehmen in Niederösterreich noch 49, in Oberösterreich 43, in Vorarlberg 39 und in Tirol 35 Gemeinden teil, so sind es in Kärnten nur vier, in der Steiermark fünf, im Burgenland sieben und in Salzburg zehn. "Ich werde das in der nächsten Landesumweltreferenten-Konferenz ansprechen", kündigte Pröll an. Als vorbildlich pries Mehl eine Aktion im Vorarlberger Unterland, wo die Bürger von 30 Gemeinden ihren Autoschlüssel am autofreien Tag abgeben können und dafür eine Tageskarte für das öffentliche Verkehrsnetz erhalten. "Und wenn sie am Abend ihren Schlüssel wieder abholen, bekommen sie eine Monatskarte."

Unterstützt wird die Initiative zum autofreien Tag, der europaweit unter dem Motto "Kindersicherheit" ("Children and safe streets") steht, auch von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der Postbus AG und dem Klimabündnis - alle Partner präsentieren sich am 22. September zwischen Stubentor und Heldentor an Info-Ständen, Kulinarisches aus den Bundesländern tischt die Agrarmarkt Austria (AMA) auf.

Bahn-Zuckerl
Bei den ÖBB gibt es in der Zeit von 16. bis 26. September die Vorteilscard gratis - Folder mit einem Gutschein liegen in allen Bahnhöfen auf. Mit dieser Karte können alle Züge in diesem Zeitraum um 50 Prozent ermäßigt genützt werden. Und wer zwischen heute, Mittwoch, und dem 14. Oktober eine Österreich-Card bestellt, erhält diese um zehn Prozent verbilligt. ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde betonte am Mittwoch, dass die ÖBB ohnehin immer einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten: "Ein Autofahrer verursacht pro gefahrenem Kilometer in etwa den zehnfachen CO2-Ausstoß eines Bahnkunden. Allein mit einer einzigen Bahnfahrt von Wien nach Salzburg kann er mehr als 30 kg CO2 gegenüber der Autofahrt einsparen."

Der ÖBB-General machte dem Umweltminister einen Tag nach dessen 36. Geburtstag ein Geschenk und übergab ihm am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz eine riesige Vorteilscard. "Ich muss Sie überraschen, ich hab' meine eigene Vorteilscard schon hier eingesteckt", wusste Pröll zu kontern und zückte seine Brieftasche.
(apa/red)

15.9.2004 14:21