Montag, 13. September 2004

Neuer Chefredakteur für die "Presse": Fleischhacker folgt Unterberger

  • Pirker: Ablöse "subjektiv ungerecht" aber "objektiv notwendig" - Keine politische Entscheidung

Der neue Chefredakteur der "Presse" steht nun fest. Der bisherige stellvertretende Chefredakteur Michael Fleischhacker rückt mit 1. Oktober an die Redaktionsspitze der Tageszeitung. Der 35-jährige Fleischhacker folgt damit auf Andreas Unterberger (55), der seit 1995 Chefredakteur war. Die "Anmutung" der "Presse" solle "signifikant verändert" werden, begründete der Vorstand der Styria Medien AG,Horst Pirker, die Ablöse.

Die APA bringt im Folgenden Auszüge aus dem Editorial im Wortlaut:

"Die Rahmenbedingungen, nicht nur aber vor allem auch für die Qualitätspresse, haben sich international in den letzten Jahren dramatisch verschärft. Es ist vor diesem Hintergrund nicht einfach damit getan, dass sich die Presse diesem neuen, veränderten Umfeld, in dessen Zentrum zwingend eine neue Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Mediengattungen steht, anpasst. Ein gründliches Neudenken muss Die Presse in die Avantgarde dieser Entwicklungen rücken. Diese unsere Einschätzung, die man nicht teilen muss, wird sich auch in der zukünftigen Führung des Blattes abbilden (...)"

"Andreas Unterberger hat Die Presse ein großes Stück des Weges begleitet, ein beachtliches Stück des Weges geführt und ein gutes Stück weitergebracht. Ihm ist dafür ausdrücklich Dank zu sagen. Er hat als Chefredakteur fachliche und menschliche, insbesondere charakterliche Qualität in bemerkenswerter Weise vereint. Seine Ablöse ist deshalb subjektiv ungerecht, aber, im Blick auf neue Ziele und neue Wege, objektiv notwendig.

Michael Fleischhacker, der designierte neue Chefredakteur, galt schon vor Jahren als eine der größten journalistischen Begabungen in Österreich. Er hatte bei der Kleinen Zeitung in Graz begonnen, beim Standard in Wien ein gutes Stück dazu gelernt und wird nun bei der Presse, der Marktführerin des Qualitätssegmentes, die Gelegenheit haben, die ihm zugeschriebene Begabung in einer ganz neuen Dimension von Verantwortung einzulösen. Er stellt sich der Aufgabe, aus der bewährten österreichischen Institution Die Presse eine Zeitung zu machen, die auch in einem internationalen Vergleich zur absoluten Spitze der Innovation aufschließt.

Und, zur Sicherheit, eines noch: Eine politische Entscheidung ist das nicht. Wir machen sehr erfolgreich Medien, nicht Politik."(apa/red)

13.9.2004 17:23