Montag, 13. September 2004

Burgenländerin bei Feier angeschossen: Schütze wollte eigentlich eine Taube treffen

  • Tragisches Ende einer Familienfeier im Burgenland
  • Opfer nach sofortiger Operation außer Lebensgefahr

Der spektakuläre Zwischenfall bei einer Familienfeier im südburgenländischen Loipersdorf, bei dem eine 41-jährige Frau aus Großhöflein (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) durch einen Schuss in die Brust schwer verletzt wurde, ist geklärt. Ein 23-jähriger Loipersdorfer gab zu, am Sonntagnachmittag mit seinem Kleinkalibergewehr auf eine Taube geschossen zu haben.

Der 23-jähriger Angestellte meldete sich Dienstag früh bei den Beamten der Kriminalabteilung-Außenstelle Oberwart und gab zu, dass er geschossen hatte. Bereits am Montag hatten die Beamten die Waffen zweier Verdächtiger beschlagnahmt, darunter auch das Kleinkalibergewehr des 23-Jährigen.

Gleich nach seiner Einvernahme fuhr der Tatverdächtige ins Krankenhaus Oberwart, um sich bei seinem Opfer für sein unüberlegtes Handeln zu entschuldigen. Die 41-Jährige hatte bei dem Schussunfall großes Glück: Das Projektil blieb in der Brustkorbwand stecken, es musste in einer Operation entfernt werden. Die Frau wird voraussichtlich in den kommenden Tagen das Spital wieder verlassen können. Ein zweiter Schuss zerstörte die Lampe im Hof des Anwesens der Eltern des Opfers.

Gegenüber den erhebenden Beamten erklärte der Loipersdorfer, dass er am Sonntag vom Balkon seines Hauses insgesamt vier Mal auf eine Taube geschossen hat. Auf Grund des hohen Schusswinkels sei er der Meinung gewesen, niemand gefährdet zu haben. Als auch sein Gewehr beschlagnahmt worden sei, habe er allerdings zu zweifeln begonnen.

Die Ermittlungen und auch die Berechnungen des Schießsachverständigen ergaben eine eindeutige Schusslinie zwischen dem Haus des mutmaßlichen Schützen und dem Haus der Familie, in deren Hof der 65. Geburtstag des Besitzers gefeiert wurde. Die beiden Häuser sind 730 Meter Luftlinie voneinander entfernt.

Der Leiter der Kriminalabteilung-Außenstelle Oberwart, Valentin Grandits, zeigte sich erleichtert, dass der mysteriöse Zwischenfall so rasch geklärt werden konnte. In Loipersdorf herrschte nach den folgenschweren Schüssen große Aufregung.(apa)

13.9.2004 10:19