Mittwoch, 8. September 2004

Österreicher sind Gurt-Muffel: Wir sind anschnallfaul & sichern Kinder nicht richtig

  • ARBÖ: Die sieben Kapitalfehler bei der Kindersicherheit
  • Was im Auto von Herr und Frau Österreicher falsch läuft

Um die Gurtmoral von Frau und Herrn Österreicher steht es nicht sehr gut. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit lag die Gurtanlegequote von Pkw-Insassen im Vorjahr bei den Frauen bei 79,9 Prozent, bei den Männern bei 73,5 Prozent. Eltern sollten bei ihren Kindern immer mit guten Beispiel vorangehen und sich auch angurten. Denn das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, ist für große und kleine Gurtenmuffel neunmal so hoch wie für Angegurtete.

Die Kindersitzverwendungsquote lag im Jahr 2003 bei 81,8 Prozent (im Ortsgebiet). Fast beschämend sind diese Zahlen im europäischen Vergleich: So liegt beispielsweise in Großbritannien oder Schweden die Anschnallquote bei über 90 Prozent.

Die sieben Kapitalfehler bei der Kindersicherheit
Eltern, die Kinder transportieren, machen laut ARBÖ-Erfahrungen folgende sieben Kapitalfehler:

  • Sie lassen ihre Sprösslinge ungesichert im Auto "herumhupfen" und ignorieren, dass Kinder bis 14 Jahren (die kleiner als 1,50 m sind) nicht mit den üblichen Erwachsenengurten, sondern mit eigenen Rückhaltesystemen (Kindersitze, Polster) gesichert werden müssen.

  • Sie achten nicht auf die richtige Qualität der Kindersitze. Dies hat ein ARBÖ-Test im Herbst des vergangenen Jahres gezeigt: Nur 69 Prozent der kontrollierten Kindersitze entsprachen der aktuellen EU-Mindestnorm ECE 44/037. 21 Prozent der Kinder sind im Sitz nicht richtig angegurtet. Auch bei Kindersitzen nach dem ISO-Fix-System wurden Mängel festgestellt: nur 10 Prozent der Sitze waren mit dem Auto fest verankert.

  • Sie vergessen darauf, dass Kindersitze "mitwachsen" müssen, sprich dem Gewicht und der Größe des Kindes ständig anzupassen sind.

  • Es gibt auch Eltern, die ihren Nachwuchs zwar in eigenen Kindersitzen verstauen, es aber verabsäumen, die Kinder dort auch anzugurten.

  • Häufig kommt es vor, dass Kinder in den Kindersitzen viel zu locker angegurtet sind. Genervt vom "Gequengle" ihrer Kinder lassen sich Eltern von einer straffen Gurtführung abhalten, die im Fall eines Unfalles aber lebensrettend ist.

  • Eltern vergessen, im Fall des Falles den richtige Kindertransport auch bei anderen Personen (Onkeln, Tanten, Omas, Opas ...) sicherzustellen. (apa/red)

    8.9.2004 11:23